Ars Electronica 2018: Der Fehler als Kunstform

Menschen machen Fehler. Man kann sich dafür schämen, man kann dazu stehen, es ändert nichts: der Fehler gehört zur Basisausstattung des Menschseins dazu. Als „Kunst der Unvollkommenheit“ ist der Fehler oder Error das Motto der diesjährigen Ars Electronica. [...]

Das Sujet der diesjährigen Ars Electronica zeigt das durch Trial-and-Error entdeckte YInMn-Blau.
Das Sujet der diesjährigen Ars Electronica zeigt das durch Trial-and-Error entdeckte YInMn-Blau. (c) Ars Electronica

Von 6. bis 10. September wird in der Linzer Innenstadt wieder Ars Electronica veranstaltet. Das Motto lautet diesmal „Error – The Art of Imperfection“. Das Programm umfasst mehr als 500 Einzelveranstaltungen, die entlang einer Festivalmeile vom Hauptbahnhof bis hinauf zum Pöstlingberg angeboten werden. Zwölf Locations werden bespielt und in temporäre Frei- und Spielräume verwandelt, in denen sich alles um Ideen und Visionen für die Zukunft dreht. Auf der Ars Electronica kommen Künstler und Künstlerinnen, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Ingenieure und Ingenieurinnen, Designer und Designerinnen, Unternehmer und Unternehmerinnen aus aller Welt nach Linz. Gemeinsam fragen sie nach aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Wechselwirkungen und ihren möglichen Ausprägungen in der Zukunft. Bespielt wird eine Festivalmeile quer durch die Innenstadt, mit der POSTCITY als Festival-Hotspot. Dort erwarten Festival-Besucher wieder Highlights wie die Große Konzertnacht, das u19 – CREATE YOUR WORLD-Festival oder das hochkarätige Konferenzprogramm. Zu den weiteren zahlreichen Veranstaltungsorten zählen die Kunstuniversität Linz, das Atelierhaus Salzamt, das Brucknerhaus, das OÖ Kulturquartier, das LENTOS Kunstmuseum, und nicht zu vergessen das Ars Electronica Center, um nur einige zu nennen.

Remains von Quayola (UK/IT): Dieses Projekt verbindet Natur mit der Tradition der Landschaftsmalerei. Landschaften werden mit 3D-Scannern digitalisiert und auf großformatigem beständigem Papier ausgedruckt. Dadurch entstehen hybride Formationen zwischen wirklich und künstlich.
Remains von Quayola (UK/IT): Dieses Projekt verbindet Natur mit der Tradition der Landschaftsmalerei. Landschaften werden mit 3D-Scannern digitalisiert und auf großformatigem beständigem Papier ausgedruckt. Dadurch entstehen hybride Formationen, die sowohl wirklich als auch künstlich anmuten. (c) Quayola

Aus Fehlern kann man lernen

Fehler sind nicht nur negativ, gerade in der Wissenschaft sind sie hoch im Kurs. Nicht zuletzt werden dank Versuch und Irrtum (Trial and Error) viele relevanten Erkenntnisse ermittelt.  So wollten Mas Subramanian und sein Team bei einem Versuch im Jahr 2009 eigentlich die magnetischen und elektrischen Eigenschaften von Magnanoxid testen, stießen stattdessen aber auf ein bis dato unbekanntes Pigment, das YInMn-Blau. Diese neue Farbe ist das erste blaue Pigment seit seit Kobalt 1802 entdeckt wurde und entstand aus einer typischen Versuchs-und-Irrtum-Anrdnung, wo die Wissenschaftler auch mit Yttrium, Indium and Mangan experimentierten (daher der Name). Damit eignete sich dieses Blau hervorragend als Sinnbild für das Thema „Error – The Art of Imperfection“ und die wurde von den Veranstaltern der als Sujet der diesjährigen Ars Electronica als Sujet gewählt.

Der Fehler ist vielseitig: Er kann der Ursprung für Innovation, aber auch Auslöser katastrophaler Unfälle sein – doch letztlich kann und sollte man auch aus den  Katastrophen lernen.

Was ist wahr, was ist falsch?In ihrem Projekt "Real-time History" behandeln Lauren Alexander und Ghalia Elskrabi die unterschiedlichen Interpretationen der Wirklichkeit in Social Media und traditionellen Medien über den Krieg in Syrien. Hier können Fehler in der Nachrichtenaufbereitung schreckliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Was ist wahr, was ist falsch? In ihrem Projekt „Real-time History“ behandeln Lauren Alexander (ZA/NL) und Ghalia Elskrabi (SY/NL) die unterschiedlichen Interpretationen der Wirklichkeit in Social Media und traditionellen Medien über den Krieg in Syrien. Hier können Fehler in der Nachrichtenaufbereitung schreckliche Konsequenzen nach sich ziehen. (c) Lauren Alexander, Ghalia Elskrabi

www.ars.electronica.art/error/de

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