Sense: Apps sollen Einkaufsverhalten tracken

YP hat das Startup Sense Networks gekauft, welches einen Beitrag zur Lösung des Problems der bisher unzureichenden Impact-Messung leisten soll. [...]

YP hat das Startup Sense Networks gekauft. (c) digieye - Fotolia.com
YP hat das Startup Sense Networks gekauft.

Die Werbewirkung von Mobile Ads auf dem Handy prüfen zu können, ist ein Ziel, das für Werbetreibende extrem wichtig ist. Das zeigt sich auch daran, dass YP das Startup Sense Networks gekauft hat, das einen Beitrag zur Lösung des Problems der bisher unzureichenden Impact-Messung leisten soll.

Laut Sense hat die Firma bisher mehr Ortsdaten gesammelt als jedes andere Unternehmen (Google und Facebook ausgenommen). Das Unternehmen nutzt diese für eine spezielle Art des Trackings. Werbekunden lässt sich mithilfe der Technologie zeigen, ob die User tatsächlich ihr Geschäft betreten haben. Die Ortsdaten werden in Kooperation mit den App-Herstellern erhoben, zum Beispiel von Weather Channel.

„Wer nicht zahlt, wird selbst zur Ware. Wie soll sich eine kostenlose App denn sonst finanzieren, wenn nicht über Werbung?“, fragt Hans Zeger, Obmann der ARGE Daten, im Interview mit der Nachrichtenagentur pressetext. Datenschutzrechtlich sei daran nicht viel zu rütteln, sofern man über die Verwendung der Daten informiert wurde. „Das ist ein Vertrag, den ich abgeschlossen habe – meine Daten gegen deine Daten.“

Eine weitere Besonderheit am Konzept von Sense ist, dass die Werbung erst geschaltet wird, wenn der potenzielle Kunde das Geschäft betreten hat. Zum Beispiel geht jemand in ein Motorradgeschäft und anhand dieser Daten kann der Sense-Werbekunde Vespa danach gezielt Werbung auf den Apps am Smartphone des Users schalten. Und natürlich erkennt die Software auch, wenn der Smartphone-Besitzer ein zweites Mal in das Geschäft geht, nachdem er die Werbung gesehen hat.

„Ich wüsste nicht, welchen Sinn dieses Werbeverhalten hat. Entweder habe ich die Vespa bereits gekauft, ich will keine – oder ich kümmere mich selbst darum und brauche dann keine spezifische Werbung“, kommentiert Zeger. Der Experte spricht sich vor allem für eine passivere Werbeweise aus: „In einer fremden Stadt kann es von Vorteil sein, eine App zu haben, die mir verschiedene Lokale im Umfeld anzeigt.“

Ob das Problem der Messung der Werbewirkung mit Sense gelöst werden kann, muss sich erst noch zeigen. Jedenfalls sollen Vergleiche zwischen den Besuchern eines Geschäfts angestellt werden, die zuvor die auf sie zugeschnittene Werbung erhalten beziehungsweise nicht erhalten haben. „Sehr viele Firmen werden ein böses Erwachen haben: Sie geben Unsummen für Werbung aus, während die Response-Werte gering bleiben“, prophezeit Zeger. (pte)

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