SHAPE: Sicherheitskritische Infrastruktur schneller planen

Ein neues Planungs- und Monitoringtool von Siemens und der WU Wien verspricht vereinfachten Prozess bei effizienter Ressourcennutzung und hoher Qualität. [...]

Planung von großen Infrastrukturanlagen ist äußerst komplex (c) Robert Kneschke - Fotolia.com
Planung von großen Infrastrukturanlagen ist äußerst komplex

Die Planung von großen Infrastrukturanlagen ist äußerst komplex. Für Menschen ist es schwierig, sämtliche Aspekte im Blick zu behalten und die einzelnen Schritte zu koordinieren. Das gilt besonders für Anlagen, die hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen, wie zum Beispiel Eisenbahnsicherungssysteme.

„Bei großen Datenmengen ist eine Prüfung nur durch Personen nicht ausreichend, weil zu häufig Fehler auftreten. Wir müssen alle erstellten Daten auf einem zweiten, unabhängigen Pfad entweder noch einmal erstellen oder unabhängig automatisch prüfen, um die höchste Sicherheitsintegritätsstufe zu erreichen“, erklärt Wolfgang Schwaiger von Siemens Mobility die Herausforderung für den Engineeringprozess. „Je besser die verwendeten Daten und Werkzeuge dokumentiert sind, desto schneller kann eine Anlage fehlerfrei geplant und ihre Begutachtung abgeschlossen werden“, meint Schwaiger weiter.

Eine Lösung für dieses Problem bietet ein neues Planungs- und Monitoringtool, das Siemens gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität Wien im Projekt SHAPE (Safety-critical Human- and Data-centric Process Management in Engineering Projects) entwickelt. Alois Haselböck von Corporate Technology schildert die Vorteile: „Wir können Entwicklungsprozesse für Großprojekte automatisch überwachen, Bedingungen und sicherheitskritische Prozessvorschriften formalisieren und automatisch prüfen. Dadurch erwarten wir, rund zehn Prozent der Engineeringkosten einsparen zu können.“

Eine Besonderheit des Tools ist, dass strukturierte Daten, wie zum Beispiel Excel-Listen, mit unstrukturierten Daten, wie Normungsdokumente, Kommentare der Anwender oder Emails, die in natürlicher Sprache verfasst sind, verknüpft werden können.
„Unstrukturierte Daten werden in eine strukturierte Form umgewandelt und in ein semantisches Modell integriert. So können Erfahrungen von einem Entwicklungsprozess auf andere, ähnliche Projekte übertragen werden. Anwender können zum Beispiel ableiten, welche Prozessschritte in welcher Reihenfolge schnellstmöglich zum besten Ergebnis führen“, erläutert Axel Polleres von der Wirtschaftsuniversität Wien.

Das Tool fügt sich den Angaben zufolge nahtlos in bestehende Werkzeuge ein, ohne gewohnte Arbeitsabläufe zu unterbrechen. Das Ergebnis ist ein vereinfachter Prozess, der es ermöglicht Ressourcen effizient zu nutzen und gleichzeitig eine hohe Qualität gewährleistet.

Getestet wird das Tool anhand eines Anlagenbauprozesses für elektronische Stellwerke in Österreich. Die Prozessüberwachung, die optimale, automatische Zuteilung von Ressourcen zu Arbeitsschritten und die automatische Generierung von Dokumenten konnte bereits erfolgreich evaluiert werden. SHAPE wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert. (pi/rnf)

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