Software Day mit 120 Teilnehmern

Unter dem Motto „Autonomous Things, Drive & Disruption“ ging der bereits vierte VÖSI Softwareday am 29. September gut über die Bühne. Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck und NASA-Spezialist Robert Karban wurden live zugeschalten. [...]

VÖSI-Präsident Peter Lieber bei der Eröffnung des Software Days. (c) Wahlmüller

Einmal eine Konferenz, die nicht abgesagt wurde. Vergangenen Dienstag, 29. September, traf sich die heimsche ICT Branche – Anbieter, Dienstleister und Anwender aus dem Business-Bereich – in der Wirtschaftskammer zum Software Day, der alljährlich vom VÖSI (Verband Österreichischer Software Industrie) organisiert wird.

„Software is the key – der Schlüssel zum Erfolg für nächste Generationen, deswegen liegt auch ein  Schwerpunkt in der Entwicklung digitaler Kompetenzen in der gesamten Bevölkerung“, betonte Wirtschafts- und Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck am Software Day. Sie unterstrich auch den hohen Stellenwert der Software-Branche in Österreich: „Nichts geht mehr ohne Software. Die Krise hat uns gezeigt: Je stärker digitalisiert eine Volkswirtschaft ist, desto stärker ist sie und desto höher ist auch ihre Resilienz, ihre Widerstandskraft.“ Darüber hinaus schaffe die ICT-Branche rund 20.000 neue Arbeitsplätze im Jahr. „Im B2B Bereich hat Europa eine großartige Chance, um mithilfe der Digitalisierung die Re-Industrialisierung  Europas voranzutreiben,“ dafür brauche es eine starke ICT-Branche und auch eine Österreich-Cloud, sagte die Ministerin, im Hinblick auf eine sichere IT-Infrastruktur. Gerade auch Themenbereiche wie KI und Robotics „gefährden nicht Arbeitsplätze, sondern sorgen ganz im Gegenteil für neue Jobs und Möglichkeiten“, ging die Ministerin ganz konkret auf das Motto des Software-Days ein.

Autonome Dinge und Objekte, ihr Einsatz, Steuerung und Monitoring aber auch generell der Trend zur Automatisierung und Effizienzsteigerung sowie die IT-Security der Lösungen und Technologien standen im Vordergrund des Software Days 2020. „Die Branche trotzt Corona. Der Software Day dient zur Sichtbarmachung der Leistungen der heimischen IT-Branche, aber auch zum Austausch, zur Diskussion über Anwendungen in der Praxis, zum Ausloten von Optimierungspotenzial und zum besseren Vernetzen der Branche – und das geht nun einmal am besten, wenn man sich real trifft. Natürlich unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen. Wir haben dazu gemeinsam mit der Wirtschaftskammer auch ein eigenes COVID-19-Präventionskonzept entwickelt und am Software Day gehörigen Personalaufwand betrieben – ich denke, das hat sich gelohnt“, betonte Peter Lieber, Präsident des VÖSI und Eigentümer von SparxSystems Software, LieberLieber Software und 4biz consulting. Lieber verkündete am Software Day auch den Anschluss des VÖSI (Verband Österreichischer Software Industrie) an den ÖGV (Österreichischer Gewerbeverein). Peter Lieber ist seit Juni auch Präsident des ÖGV.

NASA Keynote von Robert Karban

Als Keynote-Speaker agierte Robert Karban, CAE Software and Systems Environment Chief Engineer vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, der live aus Los Angeles zugeschalten über das Thema „Connecting the V for a Connected World“ sprach. Das V im Titel steht dabei für das V-Modell, eine Standardvorgangsweise in der System- und SW-Entwicklung. Weltraumissionen zu entwickeln erfordert heute auch eine tatsächlich riesige integrierte System- und SW-Engineering Arbeitsleistung. In seiner Keynote ging Karban auf die Herausforderungen ein, die System Ingenieure und SW-Entwickler heute bei der Konstruktion von Raumfahrzeugen begleitet. Plattformen wie OpenMBEE (Model Based Engineering Enviroment), Project Jupyter, SysML v2 (Systems Modeling Language), aber auch vom JPL entwickelte eigene Lösungen wurden präsentiert. Darüber hinaus demonstrierte Karban, wie am JPL der NASA SW-Engineering Umgebungen eingesetzt werden, um die Entwicklung von Raumflügen – aktuell etwa eine Mission zum Mars – in der vernetzten Welt von heute zu ermöglichen. Karban ist übrigens Österreicher und hat an der TU Wien studiert.

Weitere Keynotes kamen von Ruth Breu, Leiterin des Instituts für Informatik der Universität Innsbruck („Digitale Transformation – The Agile Way“) und von Gerald Bast, Rektor der Universität für Angewandte Kunst („Software ohne Soft-Skills ist wie Hardware ohne Elektrizität“).

Vier thematische parallele Tracks

Wie bereits im Vorjahr wurde auch am diesjährigen Software Day ein Programm in vier parallelen Tracks geboten: Die drei Tracks Innovation, Business, Technologie fanden in bewährter Form statt. In Zusammenarbeit mit dem deutschen IT-Unternehmertag lud der VÖSI heuer erstmals zum Track „IT-Unternehmertag“. Damit soll auch in Zukunft auch kleinen und mittelständischen IT- und SW-Unternehmen, aber auch Startups eine Bühne gegeben werden. Hier musste das Programm kurzfristig umgestellt werden, da alle deutschen Teilnehmer und Aussteller aufgrund der Corona-Reisewarnung für Wien ihre Teilnahme abgesagt hatten.

Über 40 Sprecherinnen und Sprecher waren beim Software Day 2020 beteiligt. Der thematische Bogen spannte sich von innovativen Ansätzen, cleveren Software-Ideen, Erfolgsmodellen, Best Practice aus Unternehmen bis hin zu technischen Einblicken bzw. technischer Umsetzung und angewandter IT-Forschung. Neben spannenden Vorträgen gab es heuer bei den Tracks erstmals auch Panel-Diskussionen. Die Special Interest Group (SIG) WOMENinICT im VÖSI zeichnete für die Organisation und Abhaltung eines eigenen, nur von Sprecherinnen besetzten Panels, u.a. mit Microsoft Österreich Chefin Dorothee Ritz, im Track Business, verantwortlich. Auch die anderen SIGs des VÖSI, u.a. „Bildungswandel Digital“, „Enterprise Architecture Management“ (EAM) und „Safety und Security“ präsentierten sich und ihre Arbeit am Software Day 2020. Ebenfalls heuer neu eingeführt wurden die Lunch-Talks, die sich als sehr hilfreich erwiesen. Der Lunch musste aufgrund der COVID-19-Vorsorgemaßnahmen von allen Teilnehmern sitzend am Platz in den Vortragssälen eingenommen werden.

Thema IT-Fachkräfte aus unterschiedlichen Blickwinkeln

Als weitere Besonderheit wurde auch die erfolgreich 2019 gestartete Initiative rund um das Thema IT-Fachkräfte weiter verfolgt. Unter der Leitung von VÖSI-Vorstand Ben Ruschin (Co-Gründer & CEO) und Rudi Bauer (Mitglieder der Geschäftsführung) von WeAreDevelopers, dem größten IT-Jobportal Europas, lief am Nachmittag der Special Track „Talents“ mit hochkarätig besetzten Panel-Diskussion zu den Themen „Was Developerinnen und Developer von ihren Arbeitgebern wollen“ sowie „HR-Perspectives und Developer-Views“.

Das Feedback der Teilnehmer des Software Days war durchwegs positiv, wie etwa Bettina Hainschink, Geschäftsführerin der Con.Ect Business Academy und Partnerin des VÖSI Software Days unterstrich: „Der VÖSI Software Day war ein lebendiger Treffpunkt für einen Austausch in der Softwareindustrie über die Grenzen Österreichs hinaus. Besonders interessant war die Key Note des Sprechers der NASA und das Vernetzen unter den Teilnehmern.“

Besonderes Augenmerk wurde heuer darauf gelegt, auch Frauen ausdrücklich als Sprecherinnen des Software Days zu gewinnen und damit gemäß dem Ziel der VÖSI Special Interest Group WOMENinICT Frauen in der ICT-Branche mehr sichtbar zu machen. Mit Erfolg: Mehr als ein Drittel der Speaker war heuer weiblich. www.softwareday.at


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