Spin-off der TU Wien auf Kickstarter

Mit dem Ziel, die Kommunikation zwischen Mensch und Computer grundlegend zu verändern, entwickelten Studierende der TU Wien den "Virtualizer", mit dem man sich mit dem ganzen Körper durch 3D-Welten von Computerspielen bewegen soll. Das Gerät kann man ab sofort auf Kickstarter unterstützen. [...]

Spin-off der TU Wien auf Kickstarter (c) Cyberith
Mit dem "Virtualizer" soll man sich mit dem ganzen Körper durch 3D-Welten von Computerspielen bewegen können.

In Zukunft wird man Computerspiele nicht mehr vor dem Bildschirm spielen, sondern mit einer 3D-Brille. Die Firma Cyberith, ein Spin-off der TU Wien, hat ein völlig neues Gerät entwickelt, mit dem man sich frei und natürlich in virtuellen dreidimensionalen Welten bewegen kann. Festgehalten in einem Gürtel lässt man im Laufschritt die Füße über eine reibungsarme Platte gleiten, die Bewegungen werden registriert und an den Computer weitergegeben. Cyberith startete nun auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Für 749 Dollar kann man sich dort einen Virtualizer sichern – wer das Gerät besonders billig haben will, sollte schnell sein: Die ersten 150 Stück gibt es um 699 Dollar. Im regulären Markt wird der Virtualizer dann teurer sein. Die Kickstarter-Kampagne läuft bis 31. August, ausgeliefert wird das Gerät im März 2015.

REVOLUTIONÄRE SCHNITTSTELLE ZWISCHEN MENSCH UND MASCHINE
Am Institut für Softwaretechnik und interaktive Systeme der TU Wien begann das Projekt: Eine Reihe von Studierenden setzte sich das Ziel, die Kommunikation zwischen Mensch und Computer grundlegend zu verändern. Es gab schon bisher verschiedene Ideen, die Laufbewegungen aufzuzeichnen und zum Durchwandern virtueller Welten an den Computer zu leiten, doch die bisherigen Systeme waren kompliziert, teuer und benötigten viel Platz. Cyberith ist es erstmals gelungen, eine leistbare, wohnzimmertaugliche Lösung zu finden. Dadurch soll Virtual Reality nun endlich den Weg aus den Versuchslabors in den Gaming-Alltag finden.

Der Virtualizer schafft es nicht nur, die Bewegungen der Füße zu registrieren, auch ein Springen oder Ducken wird mit diesem Gerät möglich. Man wird von einem Gürtel festgehalten, der sich frei um 360 Grad drehen lässt. Wenn man springt oder sich niederkauert bewegt sich der Gürtel vertikal mit. Die Füße lässt man in einer natürlichen Laufbewegung über den glatten Boden gleiten – in gewöhnlichen Socken, Spezialschuhe sind nicht nötig.

Schon im Vorjahr wurde der erste Prototyp vorgestellt, nun soll der Schritt zur Serienproduktion folgen. Cyberith ist seit 23. Juli auf Kickstarter – einer Crowdfunding-Plattform, die ganz besonders im Elektronik- und Gaming-Bereich schon große Erfolge ermöglicht hat. So wurde etwa die 3D-Brille „Oculus Rift“ durch Kickstarter ermöglicht, heute ist sie weltweit verbreitet. Die Firma Oculus wurde mittlerweile von Facebook für 2,3 Milliarden US Dollar aufgekauft.

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