Spin-off stellt Carbon-Teile mit dem 3D-Drucker her

Forscher des ETHZ-Spin-off 9T Labs haben einen 3D-Drucker entwickelt, der Bauteile aus Carbon herstellen kann. Damit wollen sie dem widerstandsfähigen Verbundwerkstoff endgültig zum Durchbruch verhelfen. [...]

Ein Teil des wachsenden 9T Lab-Teams: Giovanni Cavolina, Filippo Kusch, Selçuk Ercan, Martin Eichenhofer (v.l.n.r., hinten stehend) und Chester Houwink (vorne).
Ein Teil des wachsenden 9T Lab-Teams: Giovanni Cavolina, Filippo Kusch, Selçuk Ercan, Martin Eichenhofer (v.l.n.r., hinten stehend) und Chester Houwink (vorne). (c) ETHZ

Das potenzielle Anwendungsspektrum der Carbonteile aus dem 3D-Drucker ist riesig: Flugzeuge, Formel-1-Rennwagen, Mountainbikes, aber auch Roboter, Prothesen oder Implantate.

Kostenersparnis als Ziel

Der neue 3D-Drucker von 9T Labs fertigt Carbon-Teile nicht mehr aufwändig mit Negativformen. Vielmehr werden sie am Computer mithilfe einer Software konstruiert und vom Drucker anschließend produziert. Das Zusammenfügen von Plastik und Fasern erfolgt direkt im Drucker, indem die Materialien durch eine beheizte Düse gepresst werden. „Wir verbinden die Vorteile der 3D-Druck Technologie mit den Vorzügen des Carbons“, verdeutlicht Giovanni Cavolina, einer der Gründer von 9T Labs.

Einerseits kann durch dieses neue Verfahren laut dem Experten der derzeit größte Nachteil von Carbon – die hohen Kosten – eliminiert werden, indem Aufwand und Kosten bei der Herstellung sinken. Andererseits mache die 3D-Druck–Technologie die Fertigung von Carbon-Bauteilen mit sehr komplexer Geometrie möglich, welche etwa beim Bau von Satelliten-Antennen und anderen Lastfall optimierten Strukturen benötigt werden. Schließlich, so Cavolina, entstehen durch den 3D-Druck auch weniger Materialabfälle.

Fertiges Drucksystem bis 2019

Bis Anfang 2019 soll ein fertiges Drucksystem bestehend aus Hard- und Software für den Beta-Test fertig sein. Danach sollen die richtigen Branchen in der richtigen Reihenfolge zu bedient werden, wie es heißt. Starten möchte 9T Labs mit Kunden aus dem Bereich Forschung und Entwicklung, allen voran Universitäten und Hochschulen. „Davon versprechen wir uns ein gutes technisches Feedback, mit dem wir das Produkt immer besser machen werden“, so Cavolina.

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