Steigende Invesitionen in die Gesundheitsversorgung eröffnen neue digitale Möglichkeiten

Lux Research untersuchte die Digitalisierung der Abläufe in der globalen Gesundheitsbranche. [...]

Aus dem Patienten wird ein aktiver Akteur. (c) contrastwerkstatt - Fotolia
Aus dem Patienten wird ein aktiver Akteur. (c) contrastwerkstatt - Fotolia

Die Zunahme chronischer Krankheiten, die rasch alternde Bevölkerung und die enorm wachsende Mittelschicht in Entwicklungsländern lassen die Gesundheitsausgaben weltweit von 2,4 Prozent im Jahr 2015 auf geschätzte 7,5 Prozent im Jahr 2020 ansteigen.

Allein die Zunahme im nächsten Jahr wird zusätzliche 750 Milliarden US-Dollar erreichen. In vielen Ländern wird dieser Anstieg der Gesundheitsausgaben das jährliche BIP-Wachstum übertreffen. Damit wird es schwieriger, im Rahmen der nationalen Gesundheitsetats zu bleiben. Neue Wege zur Bewältigung dieses unhaltbaren Wachstums müssen gefunden werden. Digitale Technologien können Wege zur Meisterung dieser Herausforderung bieten. Dabei wird bereits heute eine breite Palette digitaler Technologien eingesetzt. Das Team von Lux Research, einem führenden Anbieter von technologiebasierten Forschungs- und Beratungsdiensten für technologische Innovationen, legte in seinem neuen Bericht „The Digital Transformation of Healthcare“ einen digitalen Rahmen zugrunde, um zentrale Ergebnisse und Möglichkeiten digitaler Anwendungen zu identifizieren, die für die wichtigsten Beteiligten von Bedeutung sind.

In dem neuen Bericht von Lux wird analysiert, wie digitale Technologien von den wichtigsten Akteuren des heutigen Ökosystems Gesundheitswesen eingesetzt werden, nämlich von Gesundheitsdienstleistern, Lösungsanbietern, Kostenträgern und Patienten, um nicht nur die Gesundheitskosten zu senken, sondern auch die Gesundheitsergebnisse zu verbessern.

„Die Herausforderungen in der Gesundheitsbranche sind heute größer denn je“, erklärte Dr. Nardev Ramanathan, Analyst bei Lux Research und Hauptautor des neuen Berichts. „Die Gesundheitskosten werden untragbar, die entwickelten Volkswirtschaften sind mit einer rasch alternden Gesellschaft konfrontiert, und in den Entwicklungsländern wächst die Mittelschicht schnell, was eine Änderung der Erwartungen an das Gesundheitsversorgungsystem zur Folge hat.“

Die Zahl der Menschen über 65 Jahre wird von 0,5 Milliarden im Jahr 2010 auf 1,5 Milliarden im Jahr 2050 ansteigen und ein System weiter belasten, in dem bereits jährlich 3 Billionen US-Dollar für chronische Krankheiten aufgewandt werden. Außerdem wird erwartet, dass das Segment der Mittelklasse global von 27 Prozent im Jahr 2009 auf 59 Prozent im Jahr 2030 wächst, wobei 90 Prozent dieses Wachstums allein in China, Indien und Südostasien zu verzeichnen ist. In dem Bericht wird analysiert, wie digitale Tools von den verschiedenen Akteuren genutzt werden können, um die Kosten von Erkrankungen wie Diabetes zu senken. Diabetes verursacht bereits Kosten in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar, die sich voraussichtlich in den kommenden zehn Jahren verdoppeln werden. Der Bericht stellt fest, dass die Digitalisierung die größten Auswirkungen auf Bereiche wie das Management klinischer Studien in der Forschung und Entwicklung und die Entscheidungsunterstützung bei der heutigen Versorgung hat. Andere Bereiche, wie digitale Therapeutik in der Versorgung und Interoperabilität elektronischer Patientendatensysteme im Krankenhausbetrieb, werden in naher Zukunft eine größere Rolle spielen, auch wenn sie heute nur eine relativ geringe Bedeutung haben.

„Neue, innovative Ansätze sind erforderlich, um die Kosten im Griff zu halten und die Versorgung anzupassen, um mit den sich global ändernden Anforderungen im Gesundheitswesen Schritt zu halten. Technologien wie Health IoT, Blockchain, künstliche Intelligenz, Robotik und virtuelle Realität werden sich auf das Ökosystem des Gesundheitswesens auswirken “, so Ramanathan. „Heute sind die geeigneten Technologien wie Smartphones und das Internet der Dinge vorhanden, um diese Anforderungen zu erfüllen.“ Mithilfe ein digitales Rahmenwerk verdeutlicht das Lux-Team die neun wichtigsten digitalen Anwendungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen.

„Die Digitalisierung wird die gesamten Abläufe in der Gesundheitsbranche verändern. Aus dem Patienten oder Verbraucher wird mehr als nur ein passiver Leistungsempfänger, sondern er wird ein aktiver Akteur, dessen Entscheidungen und Lebensqualität die Produktentwicklung beeinflussen“, erläutert Ramanathan. „Das Gesundheitssystem verändert sich in Richtung auf ein stärker patientenorientiertes dezentrales Modell, bei dem der Gesundheitsdienstleisters zunehmend die Rolle eines Kontrollzentrums übernimmt und Ressourcen zur Optimierung von Modellen nach Bedarf einsetzt, statt der Knotenpunkt der Versorgung zu sein.“

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