Teradata: Cloud als Ausweg?

"Data Changes everything" – unter diesem Motto stand die große Europa Kundenkonferenz "Teradata Universe" des Datawarehouse-Anbieters, die diese Woche in Hamburg stattfand. Nach sinkenden Umsatzzahlen im Jahr 2015 hat Teradata jetzt kräftig Gas gegeben und setzt stark auf die Cloud. Damit wird auch das neue Kundensegment Mittelstand adressiert. Außerdem will Teradata am IoT (Internet of Things)-Trend mitverdienen und dabei mit umfassender Daten-Analyse punkten. [...]

Teradatas Entwicklungschef Oliver-Ratzesberger (c) Wahlmüller
Teradatas Entwicklungschef Oliver-Ratzesberger

Datawarehouse-Spezialist Teradata will sich in Zukunft wieder auf seine Core-Kompetenz fokussieren: Das Datawarehouse (ob on premise oder in der Cloud) und die damit verbundene Daten-Auswertung, auch mit Big Data Fokus und Hadoop und Spark-Integration, stand ganz klar im Mittelpunkt der Konferenz. Den „Marketing Applications“ war zwar im Ausstellungsbereich der http://www.teradataemea.com/universe/hamburg - external-link>„Teradata Universe“ eine kleine Ecke gewidmet, aber das war es auch schon. Kein Wunder, denn laut Insidern soll der Verkauf der „Marketing-Applikationen“ schon im zweiten Quartal über die Bühne gehen. Teradata will sich in Zukunft wieder auf das konzentrieren, worin das schwarz-orange IT-Unternehmen langjährige Erfahrung hat und von Gartner seit Jahren als Leader eingereiht ist: Auf Datawarehousing und intelligente Daten-Analyse („get value out of data“). Dan Harrington, Executive Vice President, International Region & Global Services bei Teradata, betonte, künftig dem Kunden die „Wahl zwischen On-Premise, Hybrid Cloud und Cloud zu lassen“, wichtig sei nicht die Technologie oder Architektur, sondern letztlich, „Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen“.

TERADATA KOOPERIERT MIT AWS

Neu ist damit die starke Fokussierung auf die Cloud-Technologie. Teradatas Entwicklungschef Oliver-Ratzesberger gab dementsprechend die Produktneuerungen in Hamburg bekannt: Ab sofort steht Teradatas aktuelle DWH Version 15.10 auch via aws (amazon web services) in acht geographischen Regionen weltweit zur Verfügung. „Wir bieten damit nicht irgendeine Light-Version aus der Cloud an, sondern tatsächlich unsere Flagship-Software“, betonte der Leiter der Teradata Labs und damit Chef von 1.400 Mitarbeitern weltweit. Auch mit Microsoft wird bereits an einer Lösung gearbeitet um via Azure ebenfalls das Teradata DWH anzubieten. Damit eröffnen sich laut Ratzesberger ungeahnte Möglichkeiten, wie er im Gespräch mit der Computerwelt betonte: „Das ist eine Chance für unser Unternehmen, in Märkte einzusteigen, wo wir noch nie zuvor tätig waren“. Künftig könnten sich damit sogar Restaurantketten oder kleinere Unternehmen intelligente Daten-Analyse zunutze machen.

Auch die Expansion der hauseigenen Teradata Cloud soll zügig vorangetrieben werden, es handelt sich dabei um nichts anderes als eine „Database as a Service“ auf Subskriptionsbasis inklusive Analytics und Hadoop-Integration. Die Lösung soll im zweiten Halbjahr 2016 in Europa verfügbar sein, auch über ein (bestehendes) Datacenter in Deutschland, unterstrichen Ratzesberger sowie Teradatas neuer Cloud-Chef, Ashutosh Tiwary, der zuvor bei aws tätig war. „Wir wollen ein All-Inclusive Bundle mit monatlich überschaubaren Kosten anbieten“, erklärte Tiwary. Im Sinne des neuen Hybrid-Cloud-Gedankens soll es Teradata-Kunden künftig möglich sein, Workloads je nach Bedarf zu verschieben, ob in die Public Cloud, in die Private Cloud oder das On-Premise-DWH. Dafür werde man künftig auch Managed Services anbieten, Teradata nennt sie „Hybrid Cloud Services“.

NEUE HARDWARE: INTELLIFLEX

Für den effizienten Betrieb hat Teradata mit „Intelliflex“ seine neueste Hardware-Orchestrierungsplattform in Hamburg vorgestellt. „Intelliflex bietet nicht nur eine Next Generation MPP Architektur, sondern ist auch der Backbone für alle Teradata-Lösungen“, fasste Ratzesberger zusammen. (MPP = Massively Parallel Processing; Anm.d.Red.). Höhere Flexibilität und höchste Skalierbarkeit zeichnen Intelliflex aus. Höhere Perfomance („3x mehr an In-Memory-Fähigkeit“), höhere Verfügbarkeit („87 Prozent weniger Downtime“) sowie geringerer Platzbedarf (verdoppelte Kapazität) nannte Ratzesberger als die drei wichtigsten Vorzüge bei „Intelliflex“, die Plattform soll im dritten Quartal 2016 verfügbar sein.

Ebenso wichtig ist Ratzesberger die neue „Customer Satisfaction Index (CSI) Analytic Solution“, die ab sofort verfügbar ist und auf Teradata Aster on Hadoop on-Premise oder in der Cloud betrieben werden kann. Damit wird zweierlei erfüllt: Erstens bietet die CSI-Lösung eine umfassende Möglichkeit, basierend auf allen Kundenaktivitäten und Verhaltensweisen umfassende Rückschlüsse auf den Kunden und seine Sicht auf Produkte und Leistungen eines Unternehmens zu gewinnen. Andererseits haben auch Anwender ohne spezielle IT-Kenntnisse damit jetzt die Möglichkeit, die Kundenzufriedenheit praktisch in Echtzeit zu erheben.

IOT SPIELT GROSSE ROLLE

Ein großer Schwerpunkt wird in Zukunft auf Internet of Things und Analytics gelegt. Dazu wurde innerhalb der Abteilung Teradata Labs ein weltweites IoT-Analytics-Team eingerichtet, das sich speziell mit Innovationen im Bereich Analytics of Things (AoT) befasst. Das Team aus Data Scientists, Data Engineers und Software-Entwicklern soll neue cloudbasierte Analyse-Lösungen und Services entwickeln, mit denen erweiterte Analytics, Datenbewegungen und das Datenbank-Management im Internet der Dinge vereinfacht werden. Teradata hat seine Software-Lösungen im Bereich AoT erweitert und stellt diese im Laufe des zweiten Quartals 2016 zur Verfügung. Funktionale IoT-Neuerungen gibt es bei Aster on Analytics sowie dem Teradata Listener, einer Lösung zur Aufnahme und Verteilung von Datenströmen.

Um die großen Datenmassen („Big Data“) zu bewältigen, hat Teradata bereits vor rund eineinhalb Jahren das US-Unternehmen Think Big gekauft, das als eigenständiges Teradata-Unternehmen „Big Data Consulting“ anbietet. „Gartner prognostiziert, dass 2018 rund 90 Prozent der entstandenen „data lakes“ unnütz sein werden. Wir verstehen uns als Data Lake Lösungs-Beschleuniger“, sagte Think Big-Chef Ron Bodkin in Hamburg. Big Data Consulting ist nicht nur in den USA bereits gefragt, „die Hälfte unseres Teams ist schon außerhalb der USA tätig“, so Bodkin. Managed Services für Hadoop sowie für Spark, Plattform Support, aber auch Application Support seien gefragt.

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