Tipps für Managed Service Provider

Managed Service Provider spielen eine immer wichtigere Rolle beim Betrieb der IT-Infrastruktur von Unternehmen. Neue Entwicklungen stellen die Service Provider jedoch vor große Herausforderungen. [...]

Die Landschaft verändert sich, daran besteht kein Zweifel, aber die Zukunft ist vielversprechend für diejenigen MSPs, die sich anpassen. Es geht um einen kundenorientierten Ansatz, bei dem sie sich wirklich in die Lage ihrer Kunden versetzen, deren Ziele und Herausforderungen im heutigen unsicheren Geschäftsumfeld verstehen und ihnen Lösungen und Unterstützung bieten. (c) Michail Petrov - stock.adobe.com

Das Geschäftsumfeld praktisch aller Branchen hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch und schnell verändert: Weit verbreitete wirtschaftliche und politische Unsicherheit verläuft parallel zu einem beispiellosen Ausmaß an technologischer Neuentwicklung und Akzeptanz. So ist es nach Meinung von Pure Storage nicht verwunderlich, dass diese beiden Faktoren zu einer Veränderung der Einstellung zu IT-Ausgaben geführt haben. Diese werden nicht mehr als Kostenfaktor, sondern als geschäftskritische Ausgaben, die die Effizienz steigern, die Betriebskosten senken und ein schnelles Wachstum ermöglichen, betrachtet.

Managed Service Provider (MSPs) haben schon immer eine wichtige Rolle beim Betrieb der IT-Infrastruktur von Unternehmen gespielt, und im Laufe der Zeit hat sich diese zu einer unterstützenden und beratenden Funktion entwickelt. „MSPs spielen heute eine aktive Rolle dabei, Unternehmen zu unterstützen, operativen Erfolg zu erzielen und ihre Ziele zu erreichen. Im Optimalfall läuft dies wie eine echte Partnerschaft, aber derzeit stehen mehrere Herausforderungen an, die MSPs zu meistern haben“, wie Güner Aksoy, Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage berichtet.

Wie verändert sich die Landschaft für Managed Service Provider? Im Wesentlichen sieht Güner Aksoy sechs Entwicklungen:

  • Aufstieg der Hyperscaler: Hyperscale-fähige Public-Cloud-Anbieter haben eine neue Dynamik im Cloud-Markt geschaffen und bieten Unternehmen unbegrenzte Kapazität, nahtlose Updates und große geografische Reichweite. Allein in den letzten Jahren sollen Hyperscaler schätzungsweise 185 Milliarden US-Dollar für den Aufbau neuer Rechenzentren ausgegeben haben. Damit demonstrieren sie ihr schnelles und ehrgeiziges Wachstum sowie die Nachfrage der Kunden nach entsprechenden Diensten. Dieses Wachstum könnte MSPs aktiv das Geschäft entziehen, da Kunden direkt zu Hyperscale-Cloud-Anbietern abwandern.
  • Investitionsbeschränkungen: Es überrascht nicht, dass Budgeteinschränkungen ein weiteres Problem darstellen, das die Einkaufsbedürfnisse und -gewohnheiten der Kunden verändert. Zum Beispiel wenden sich Käufer zunehmend an Dienstleister und Anbieter selbst, wobei Untersuchungen ergaben, dass sie bereits 57 Prozent ihres Entscheidungsprozesses hinter sich haben. Budgetsorgen bedeuten, dass Unternehmen mehr denn je Dienstleistungen und Lösungen benötigen, die ihren Bedürfnissen und Zielen entsprechen.
  • Unsicheres und unvorhersehbares Wachstum: Mehr denn je sind Unternehmen mit Unsicherheiten dahingehend konfrontiert, wie sie ihre Umgebung dimensionieren sollten oder wie sie ihre Infrastruktur erweitern und weiterentwickeln können, ohne die Leistungserbringung zu beeinträchtigen. In einer Zeit, in der Ausfallzeiten nicht mehr akzeptabel sind, werden sie nach Technologielösungen suchen, die eine hohe Verfügbarkeit garantieren, und nach einem Partner, der entsprechend beraten kann.
  • Verkürzung der Vertragslaufzeiten: Die Kombination aus Investitionsbeschränkungen und unvorhersehbarem Wachstum führt dazu, dass viele Kunden zunehmend kurzfristigere Lieferverträge abschließen. Der technologische Bedarf eines Unternehmens – und oft auch das hierfür verfügbare Budget – ist in einem ständigen Wandel begriffen, so dass es unpraktisch ist, an einen langfristigen Vertrag gebunden zu sein. Was bedeutet dies für MSPs? Sie haben weniger Zeit, um Lösungen für das Unternehmen bereitzustellen, und stehen mehr denn je unter Druck, ihren Wert und ihre Effektivität vom ersten Tag an zu beweisen.
  • Zwischen Kunden und Lieferanten: Die Fähigkeit, sich an die sich ändernden Bedürfnisse der Kunden anzupassen, wird durch die finanziellen Herausforderungen, vor denen die MSPs stehen, zusätzlich erschwert. Häufig müssen MSPs im Vorfeld Lösungen von Anbietern erwerben oder langfristige vertragliche Vereinbarungen zur Miete von Geräten treffen. Die Anbieter könnten definitiv mehr tun, um MSPs durch Finanzinnovationen und ein gewisses Maß an gemeinsamem Risiko zu unterstützen.
  • Neue Workloads: Die Hybrid-Cloud hat das Spiel für Unternehmen verändert. Sie hat zweifellos neue Möglichkeiten eröffnet. Daraus resultiert aber auch, dass Unternehmen Infrastruktur und Lösungen benötigen, die es ermöglichen, Workloads nahtlos in verschiedenen Umgebungen zu betreiben.

Herausforderungen, aber auch Chancen

Natürlich gibt es Herausforderungen, aber es bieten sich auch beispiellose Möglichkeiten für diejenigen MSPs, die es richtigmachen. Wie können diese Herausforderungen also angegangen werden? Güner Aksoy: „Es gibt mehrere Möglichkeiten.“

  • Vermeidung des „One size fits all“-Ansatzes: Unternehmen aller Branchen stehen vor ihren eigenen einzigartigen technologischen Herausforderungen: sei es die Finanzdienstleistungsbranche, die auf alte Technologien angewiesen ist, oder der öffentliche Sektor, in dem Kosten und Kultur als enorme Hindernisse für digitale Transformationsprojekte wirken können. Es gibt keinen „One size fits all“-Ansatz, und mehr noch: Ein Ansatz, der heute für einen Kunden funktioniert, könnte in einem Monat nicht mehr funktionieren. Dies hat zum Erfolg flexiblerer abonnementbasierter Modelle geführt. Unternehmen benötigen zunehmend Lösungen, die flexibel genug sind, um je nach Bedarf aufzustocken und abzubauen.
  • Nutzung von Lösungen der nächsten Generation: MSPs müssen sicherstellen, dass ihre Infrastrukturinvestitionen die Lösungen der nächsten Generation unterstützen. Dies bedeutet, dass Kunden in die Lage versetzt werden, datenintensive Anwendungen mit geringer Latenz und hohem Durchsatz – wie z.B. prädiktive Analysen, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen – zu nutzen, um einen besseren Einblick in das Geschehen in ihrem Unternehmen, bei ihren Kunden und in ihrer Branche zu erhalten.
  • Zusammenarbeit statt Konkurrenz: Anstatt mit Hyperscalern zu konkurrieren, beginnen zukunftsorientierte MSPs bereits mit ihnen zu arbeiten. In diesem Szenario müssen MSPs als Klebstoff fungieren, der all diese neuen Technologien für ihre Kunden verbindet. Nur so werden sie als echter Partner angesehen, für den die Interessen seiner Kunden im Vordergrund stehen.
  • Überwindung von Wachstumsproblemen: Ständig wechselnde Workloads können zu Herausforderungen führen. Um diese Hürden zu überwinden, sind Unternehmen zunehmend bestrebt, die Vorteile einer hybriden Umgebung zu nutzen. MSPs können die Entwicklung in diese Richtung beschleunigen und bei Bedarf zusätzliche Unterstützung leisten. Hierzu sollten sie ihre Kunden zu Lösungen beraten können, die in einer hybriden Umgebung funktionieren und echten Mehrwert schaffen.

Die Landschaft verändert sich, daran besteht kein Zweifel, aber die Zukunft ist vielversprechend für diejenigen MSPs, die sich anpassen. Es geht um einen kundenorientierten Ansatz, bei dem sie sich wirklich in die Lage ihrer Kunden versetzen, deren Ziele und Herausforderungen im heutigen unsicheren Geschäftsumfeld verstehen und ihnen Lösungen und Unterstützung bieten. Allerdings sollte die Verantwortung nicht nur bei den MSPs liegen. Provider und Hyperscaler sollten auch mit einer kundenorientierten Denkweise arbeiten, ihre Angebote entsprechend anpassen und ein gemeinsames Maß an Risiko übernehmen.

„Die MSPs, die in den kommenden Jahren erfolgreich sein werden, werden diejenigen sein, die weiterhin Unternehmen maßgeblich dabei unterstützen, operativen Erfolg und ihre Ziele zu erreichen. Was für ihre Kunden gut ist, wird auch für MSPs gut sein. Eine gute Partnerschaft wird sich in Zukunft für alle Beteiligten auszahlen“, fasst Güner Aksoy abschließend zusammen.

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