Tipps zur Mitarbeiterführung in Krisenzeiten

Für die Bewältigung der aktuellen Situation durch COVID-19 sind engagierte Mitarbeiter entscheidend. Heimische Führungskräfte müssen sich deshalb überlegen, wie sie jetzt bestmöglich auf die Bedürfnisse ihrer Belegschaft reagieren. Das Beratungsunternehmen Deloitte hat dazu die wichtigsten Tipps zusammengefasst. [...]

Heimische Führungskräfte müssen sich überlegen, wie sie bestmöglich auf die Bedürfnisse ihrer Belegschaft reagieren. (c) pixabay

Das Wohlergehen und die Motivation der Mitarbeiter haben gerade in Zeiten der Coronavirus-Krise oberste Priorität. Um Unternehmen sicher durch diese unsichere Phase zu navigieren, ist deshalb eine klare Strategie in puncto Mitarbeiterführung unerlässlich. Dabei gilt es einige Punkte zu berücksichtigen.

Vorbildwirkung ernst nehmen

Wie sich Führungskräfte in Krisenzeiten verhalten, prägt die gesamte Unternehmenskultur nachhaltig. Panik und Überreaktionen sind in keinem Fall hilfreich. Die Anliegen und Sorgen der Mitarbeiter müssen allerdings ernst genommen werden. Proaktivität und Kohärenz in den Botschaften sowie das Vorleben von erwünschten Verhaltensweisen sind in unsicheren Situationen von größter Bedeutung.

„Gerade in Zeiten der Unsicherheit suchen viele Mitarbeiter nach Orientierung und Zuversicht bei ihren Vorgesetzten. Sie erwarten sich jetzt genaue, zeitgerechte und zuverlässige Informationen von ihren Führungskräften“, betont Anna Nowshad, Director bei Deloitte Österreich.

Die gesamte Belegschaft berücksichtigen

Unternehmen sollten jetzt nicht vergessen, dass ihre Stakeholder nicht nur aus ihren direkten Mitarbeitern bestehen. Die zentrale Bedeutung von Lieferanten und Vertragspartnern wird in instabilen Zeiten oft übersehen. Dabei erbringen diese Partner erfolgskritische Leistungen für die Aufrechterhaltung des Betriebes. Führungskräfte müssen deshalb sicherstellen, dass auch externe Akteure in die kurz- und mittelfristigen Personalplanungen einbezogen werden. Nur so können Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben.

Strukturen zur Unterstützung etablieren

Transparente Kommunikation ist in der aktuellen Situation das A und O. Für Unternehmen empfiehlt es sich, spezielle Kanäle für Anfragen von Mitarbeitern einzurichten, um einen reibungslosen Austausch zu gewährleisten. Das Hinzuziehen von Experten kann außerdem helfen, Fragen adäquat zu beantworten und Fakten verständlich zu transportieren.

„Es herrscht eine allgemeine Unsicherheit über den weiteren Verlauf sowie die Folgen von COVID-19. Umso wichtiger ist es jetzt für Unternehmen, ihre Informationen ausschließlich aus glaubwürdigen Quellen zu beziehen und sich im Zweifelsfall fachlichen Rat zu holen“, so Deloitte Expertin Anna Nowshad.

Personalbedarfspläne und Szenario-Analysen entwickeln

Noch ist zwar unklar, wie sich die Situation rund um COVID-19 weiter entwickelt. Führungskräfte sollten dennoch frühzeitig überlegen, wie sie den unterbrochenen oder verminderten Geschäftsbetrieb auch inmitten laufender Maßnahmen langsam wieder aufnehmen können. Die Erstellung entsprechender Personalbedarfspläne und Szenario-Analysen ist dabei essenziell.

„Die Zeit bis zur Wiederaufnahme der vollen Kapazität kann sich lange und kompliziert gestalten. Eine systematische Arbeits- und Personaleinsatzplanung für den optimierten Einsatz der Belegschaft sowie zusätzliche Hygienevorschriften, Besucherrichtlinien oder Schutzausrüstungen sollte deshalb möglichst früh miteinkalkuliert werden“, bestätigt Anna Nowshad.

Flexibilisierungsmöglichkeiten nutzen

Der Bedarf an Mitarbeitern kann derzeit vorübergehend rückläufig sein. Viele heimische Führungspersonen müssen nun entscheiden, wie sie damit umgehen. Dabei ist zu bedenken, dass ein vorzeitiger Personalabbau langfristige negative Auswirkungen haben kann – insbesondere in jenen Bereichen, die ohnehin von einem anhaltenden Fachkräftemangel betroffen sind.

„Wir wissen derzeit noch nicht, wie lange die aktuellen Unterbrechungen dauern werden. Deshalb gilt es jetzt, das vorhandene und gerade entstehende Spektrum an Flexibilisierungsmöglichkeiten auszuschöpfen und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen. Denn nach Ende der Krise wird ein umso stärkerer Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern herrschen“, rät Anna Nowshad abschließend.


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