AIT eröffnet City Intelligence Lab

Das Center for Energy des AIT Austrian Institute of Technology hat mit dem ersten City Intelligence Lab (CIL) in Österreich ein "Vorzeigelabor" für die Stadtplanungsprozesse der Zukunft eröffnet. [...]

Nikolas Neubert, Head of Competence Unit Digital Resilient Cities AIT und Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy beim AIT. (c) AIT/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

„Das City Intelligence Lab am Center for Energy vollzieht einen Paradigmenwechsel hin zur Einbeziehung der Benutzerperspektive mithilfe digitaler Technologien im Labor und ist damit ein internationales Vorzeigelabor für die Stadtplanungsprozesse der Zukunft“, sagt Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy, anlässlich der Eröffnung. Das City Intelligence Lab ermöglicht es laut den Informationen als interaktive Plattform innovative Prozesse mit den neuesten digitalen Planungstools unter Verwendung von Big Data und künstlicher Intelligenz (KI) zu verbinden. Es können hier z.B. Szenarien wie die Klimasitutation in Stadtteilen anschaulich simuliert und durchgespielt werden.

Interaktive Plattform

Das Labor sei eine interaktive Plattform zur Erforschung neuer Formen und Technologien für die Stadtplanungspraxis der Zukunft und verfolge den Ansatz einer ko-kreativen Entwicklung, dem gemeinsamen Erschaffen von neuem Wissen. „Wir haben mit dem Labor eine Plattform und einen Experimentierraum geschaffen, die man wie eine Art Medizinlabor für digitale Technologien beschreiben kann“, so Nikolas Neubert, Head of Competence Unit Digital Resilient Cities am Center for Energy.

Dabei kommen Schlüsseltechnologien wie Augmented Reality (AR) sowie künstliche Intelligenz zum Einsatz, um komplexe Simulationen und parametrische Planungen zu erstellen. „Die Innovationsleistung der zukünftigen Stadtplanung wird es sein, mit dem Einsatz digitaler Technologien vielfältige Planungsszenarien zu schaffen, die eine breite Palette an Lösungen für die Städte und deren Bewohnern bieten.
Wir haben dazu die nötige Infrastruktur geschaffen“, sagt Neubert weiter. Zu den Einrichtungen des Labors gehören interaktive Projektionswände und Modelle, die eine verbesserte kollaborative Planungsumgebung schaffen, sowie ein KI-gestützes Stadtplanungsmodell, das Echtzeitsimulationsvorhersage und generatives Design kombiniert, um die Erforschung beispielloser Situationen zu ermöglichen.

Klimawandel und Digitalisierung fordern neue Planungs- und Umsetzungskonzepte

Urbanisierung ist ein Phänomen unserer Zeit. Städte müssen ihr Wachstum entsprechend intelligent gestalten und dabei Antworten auf die Herausforderung des Klimawandels finden.

„Auch dieses Jahr war wieder eine extreme Hitzewelle zu spüren.
Besonders das Wachstum und Verdichtung der Städte verstärkt das Problem der Überhitzung während der Sommermonate“, sagt Neubert. Mit Überhitzung versteht man die Zunahme der Hitzetage mit einer Maximaltemperatur > 30 Grad Celsius und Tropennächte mit einer minimalen Nachttemperatur > 20 Grad Celsius. Diese Entwicklung stellt für die Bevölkerung eine gesundheitliche Belastung dar.

„Um Städte für diese Situation resilienter zu gestalten, können wir im City Intelligence Lab unter Anwendung von Machine Learning Mikroklimasimulationen für Sommer- und Hitzetage mit und ohne Anpassungsmaßnahmen erstellen, unterschiedliche Klimamodelle durchführen und die Ergebnisse visuell aufbereiten. So kann man sofort erkennen, welche Maßnahmen für bestimmte Stadtteile eine Abkühlung bedeuten würden“, so Neubert.

Digitale Technologien rücken die Bedürfnisse der Bewohner ins Zentrum der Stadtplanung

Die Einbindung der Bevölkerung ist für die Umsetzung und Akzeptanz der Stadtplanung von enormer Bedeutung. Im Projekt LiLa4Green entwickelt beispielsweise ein Forschungsteam unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology gemeinsam mit Stadtbewohner*innen aus zwei Wiener Gemeindebezirken Konzepte und Lösungen, um der urbanen Überhitzung in Stadtquartieren entgegenzuwirken. In Wien Favoriten und im Matznerviertel (Wien Hietzing) werden mit dem Living Lab Ansatz innovative sozialwissenschaftliche Methoden mit neuesten digitalen Techniken wie Augmented Reality kombiniert, um die BewohnerInnen möglichst früh in den Prozess einzubinden. Ziel ist es, eine hohe soziale Wirkung und Akzeptanz für die Maßnahmen zu erreichen. LiLa4Green erhielt im September 2019 den Kandidatenstatus der IBA_Wien 2022. Gefördert wird LiLa4Green durch den Klima- und Energiefonds – Smart Cities Demo.


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