Berliner Startup Honeypot expandiert und bringt 130.000 IT-Kräfte nach Wien

Knapp 100.000 Entwickler gibt es in Österreich, 83.200 davon allein in Wien. Dennoch sind 8.000 Tech-Positionen in Wiener Unternehmen vakant. Beim Recruiting gefragter IT-Fachkräfte hilft jetzt das Berliner Startup Honeypot mit einer Niederlassung in Wien. [...]

Die Honeypot Gründer Kaya Taner und Emma Tracey.
Die Honeypot Gründer Kaya Taner und Emma Tracey. (c) Honeypot

Die Stadt Wien zieht viele innovative Startups an, darunter TourRadar, Mysugr oder Wikifolio als erfolgreiche Beispiele.

Das Herzstück digitaler Unternehmen bildet ein gutes Entwicklerteam. Etwa 10.000 unbesetzte Tech-Stellen zählt man derzeit in Österreich – 8.000 davon in Wien. Das entspricht in Relation, mit Blick auf die Größe des Landes, etwa dem Fachkräftemangel in Deutschland. Dort zählte der Branchenverband Bitkom 82.000 unbesetzte IT-Stellen in 2018 (eine Steigerung von 49 Prozent im Vergleich zu 2017).

In Deutschland kämpft das Berliner Startup Honeypot bereits gegen den enormen Fachkräftemangel im Tech-Sektor, jetzt eröffnet das von Kaya Taner und Emma Tracey gegründete Startup heute, den 16.9.2019, eine Dependance in Wien.

Bei Honeypot betont man, den Bewerbungsprozess neu zu denken: Auf der Plattform bewerben sich Unternehmen bei IT-Profis. Gesamt sind mehr als 130.000 Tech-Talente in der Honeypot Community – wöchentlich kommen 1.000 neue Anmeldungen dazu. In Deutschland und den Niederlanden nutzen bereits über 2.000 Unternehmen Honeypot, zu Ihnen zählen u.a. Zeiss, Engel & Völkers, Zalando, N26 und ProSiebenSat1.

Ausgangspunkt Wien: Hunderte IT-Kräfte und Dutzende Unternehmen

„Wir wollen uns innerhalb der nächsten dreieinhalb Jahre als Unternehmen verzehnfachen und weiter in Europa expandieren, bekräftigt Emma Tracey, Honeypot Co-Gründerin, diesen Schritt und fährt fort: „Derzeit haben wir Honeypot-Offices in Berlin und Amsterdam und können Unternehmen wie Entwickler in ganz Deutschland und den Niederlanden helfen – Wien erschien uns hier als sehr natürlicher nächster Schritt. Wir hatten schon seit langem auch Anfragen von Unternehmen und Tech-Talenten aus Wien. Mit unserer Expansion können wir diesen Markt nun auch wirklich bedienen. Es ist ein spannender Schritt in eine Stadt voll von innovativen Startups und motivierten Developern.“ 

Der Zugang für IT-Talente in Österreich, die zur Honeypot–Community gehören wollen, ist erst seit ein paar Wochen geöffnet, und es haben sich bereits hunderte von Entwicklern angemeldet, um in Städten wie Berlin, Amsterdam, München und Hamburg zu arbeiten. Ab dem 16.9.2019 erhalten österreichische und internationale Entwickler nun auch Zugang zu Unternehmen in Wien. Auf der anderen Seite haben sich dutzende Unternehmen in Wien registriert und wollen Honeypot ab Start nutzen, darunter: Tourradar, N26, Sportradar, mySugr, whatchado, Bitpanda, Medicus AI und 5G Systems . Diese haben nun die Chance, die Entwickler aus der Honeypot Community im Reverse Recruiting für sich zu gewinnen. Ein persönlicher Ansprechpartner bei Honeypot übernimmt für die Unternehmen alle Visa-Angelegenheiten, sollten sie ein Talent aus dem Ausland einstellen. Die Nutzung von Honeypot ist kostenlos. Erst bei Einstellung zahlen die Unternehmen 15 Prozent Kommission auf das Jahresgehalt. Das Besondere: Unternehmen erhalten innerhalb der ersten drei Monate eine einhundertprozentige Rückerstattung, falls es doch nicht passt oder der neue Kollege die Firma verlässt. 

Die Ziele von Honeypot

„Für viele Unternehmen ist IT-Recruiting eine große Herausforderung“, sagt Kaya Taner und ergänzt: „Bei meinem damaligen Unternehmen AppLift sind wir sehr schnell stark gewachsen. Wir mussten nach einer Finanzierungsrunde zügig ein Tech-Team aufbauen. Bei Gesprächen mit Entwicklern haben wir gemerkt: Trotz IT-Fachkräftemangels und dem daraus entstandenen Bewerbermarkt ist die Jobsuche für IT-ler vielleicht sogar noch frustrierender als für die Unternehmen.“ So entstand die Idee zu einem transparenten Online-Marktplatz speziell für technische Talente. Honeypot ist seitdem zur ersten Anlaufstelle für Entwickler und für Unternehmen auf der Suche nach IT-Talenten in Deutschland und den Niederlanden herangewachsen. 

Ziel von Honeypot ist es, die weltweit größte Worklife-Community für technische Kandidaten aufzubauen. Honeypot ist dabei von Anfang an kandidatenorientiert. Entwickler geben auf Honeypot genau an, was sie von ihrem zukünftigen Job erwarten, darunter Gehaltswunsch und Tech Stack, und werden in zwei Phasen durch ein persönliches Interview und umfassende Checks ihrer technischen Fähigkeiten geprüft. 

„Wir haben uns von Anfang an auf eine Verbesserung des Bewerbungs-Erlebnisses für Kandidaten konzentriert, nicht nur auf unserer Plattform, sondern auch in unserer Community“ , sagt Emma Tracey. 

Honeypot geht speziell auf die Bedürfnisse der IT-Fachkräfte ein, berät sie und gibt ihnen Tipps zum Lebenslauf und Informationen zum branchenüblichen Lohnniveau. Unternehmen, die sich auf Honeypot bei IT-Experten bewerben, geben direkt transparent alle Angaben zu erwartendem Gehalt, Arbeitsort, Programmiersprachen und der Technik an, mit der gearbeitet werden soll. Neben Berlin ist Honeypot auch in Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Bonn, Düsseldorf sowie in den Niederlanden in Amsterdam, Eindhoven und Rotterdam und zudem jetzt auch in Wien aktiv. 

Seit April ist Honeypot Teil von New Work (ehem. XING)

Im April dieses Jahres wurde Honeypot von New Work (ehemals XING) für gesamt 57 Millionen Euro übernommen – 22 Millionen Euro Basiskaufpreis sowie zusätzliche Earn-Out-Zahlungen in Höhe von 35 Millionen Euro über die nächsten drei Jahre, wenn ambitionierte Ziele erreicht werden. Der Kauf ist die bisher größte Übernahme in der Firmengeschichte von New Work bzw. XING. Die Honeypot-Gründer Emma Tracey und Kaya Taner bleiben beide weiterhin im operativen Geschäft.

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