Das Auto als Teil des Internets? Ja, bitte!

Continental-­Mobilitätsstudie 2018: Autofahrer sind offen für Verkehrsmanagement und „Black Box“ zur Unfallklärung. Allerdings besteht Skepsis in Sachen Übermittlung persönlicher Daten in Deutschland – die Ausnahme sind junge Fahrer. [...]

Den größten Zuspruch finden so genannte Black-Box-Systeme, aus deren Datenspeichern sich nach Unfällen die Fahrsituation rekonstruieren lässt. (c) Aleksei Demitsev - Fotolia
Den größten Zuspruch finden so genannte Black-Box-Systeme, aus deren Datenspeichern sich nach Unfällen die Fahrsituation rekonstruieren lässt. (c) Aleksei Demitsev - Fotolia

Autofahrer schätzen laut Continental-Mobilitätsstudie 2018 die Vorteile, die das Auto als Teil des Internets bietet: Eine große Mehrheit in Deutschland, den USA, China und Japan setzt auf Angebote und Services, die auf Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge beruhen. Hoch im Kurse stehen insbesondere Systeme für das Verkehrsmanagement, also Navigation und Leitsysteme inklusive Streckenempfehlungen und Parkanzeigen.

Deutlich zurückhaltender fällt die Bereitschaft aus, wenn es um die Nutzung von Daten zum Fahrverhalten für Angebote von Versicherungen geht. Während in China rund drei Viertel der Befragten ein entsprechendes Angebot nutzen würden, sind es in Japan und den USA rund die Hälfte der Autofahrer. In Deutschland lehnt die Mehrheit der Befragten ein solches Angebot ab: Nur vier von zehn Autofahrern würden es nutzen, dabei nur drei von zehn Autofahrern bis 30 Jahre. Ganz anders die jungen Autofahrer in den USA, von denen zwei Drittel Daten über ihr Fahrverhalten für Angebote von Versicherungen nutzen würden. In China sind es sogar 80 Prozent der Autofahrer und in Japan immerhin gut die Hälfte.

Für die Continental-Mobilitätsstudie 2018 hat das Markt- und Sozialforschungsinstitut infas im Auftrag des Technologieunternehmens Autofahrer repräsentativ in Deutschland, USA, Japan und China befragt. Darüber hinaus wurden Experten aus Wissenschaft und Automobilindustrie interviewt. Die Studie ist damit eine der weltweit umfassendsten ihrer Art zu Mobilitätsbedürfnissen und Technologietrends im automobilen Straßenverkehr.

Empfehlungen für Service und Wartung gefragt

Den größten Zuspruch finden so genannte Black-Box-Systeme, aus deren Datenspeichern sich nach Unfällen die Fahrsituation rekonstruieren lässt. Jeweils drei von vier Autofahrern in Deutschland und den USA würden solche Unfalldatenspeicher nutzen, zwei Drittel der Japaner und vier von fünf Chinesen. Empfehlungen für Service und Wartung auf Basis vernetzter Fahrzeugdaten sind ebenfalls gefragt, am stärksten in China (80 Prozent) und den USA (70 Prozent). In den USA würden vor allem Frauen einen solchen Service nutzen (79 Prozent). Auch in Japan (67 Prozent) und Deutschland (56 Prozent) gibt es einen entsprechenden Markt.

„Die Menschen nutzen vor allem Angebote, die sie verstehen und die ihnen einen echten Mehrwert bringen. Das zeigt die große Akzeptanz der Angebote für das Verkehrsmanagement: Vor über 20 Jahren haben unsere Entwickler das erste Auto-Navigationssystem in Serie gebracht. Heute kennt sie jeder, nutzt sie jeder. Die Service-Vorteile, die moderne Smartphones bieten, werden auch im Auto gerne angenommen“, sagte Continental-Vorstandsmitglied Helmut Matschi, verantwortlich für die Division Interior.

Für die Nutzung von Angeboten und Services auf Basis vernetzter Informationen müssen in der Regel auch persönliche Daten übermittelt werden. Dazu ist in Deutschland allerdings weniger als die Hälfte der Autofahrer bereit. In China haben quer durch alle Altersgruppen drei Viertel aller Befragten nichts gegen eine Übermittlung der persönlichen Daten einzuwenden. In den USA sehen rund 60 Prozent die Übermittlung persönlicher Daten positiv und in Japan rund die Hälfte. Einzige Ausnahme in beiden Ländern: Daten an Versicherungen würde weniger als die Hälfte der befragten Autofahrer übermitteln.

„Die Autofahrer stecken in einem Dilemma: Um Angebote und Services auf Basis vernetzter Informationen nutzen zu können, müssen oft persönliche Daten übermittelt werden. Dazu wiederum ist weniger als die Hälfte der deutschen Autofahrer bereit – obwohl wir es tagtäglich vom Smartphone und den sozialen Medien gewöhnt sind. Offener sind wahrscheinlich genau deshalb Autofahrer bis 30 Jahre: Mehr als drei Viertel von ihnen würden persönliche Daten übermitteln. Das ist übrigens eine der relativ wenigen Ausnahmen in der Studie, wo es erhebliche Unterschiede in den Antworten bei eher jüngeren und eher älteren Menschen gibt. Wir nehmen das als Ansporn, Datensicherheit in den Vordergrund zu stellen und dies über alle Altersgruppen hinaus zu vermitteln“, sagte Matschi.

Für die Continental-­Mobilitätsstudie 2018 hat das Markt-­ und Sozialforschungsinstitut infas im Auftrag des Technologieunternehmens Autofahrer repräsentativ in Deutschland, den USA, Japan und China befragt. Darüber hinaus wurden Experten aus Wissenschaft und Automobilindustrie interviewt. Die Studie ist damit eine der weltweit umfassendsten ihrer Art zur Akzeptanz von Fahrerassistenzsystemen und automatisiertem Fahren.

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