Diebstahl von Zugangsdaten in Europa steigt massiv an

Laut einer Untersuchung des Cyber-Intelligence-Unternehmen Bluelivs ist seit Anfang 2018 die Anzahl der gestohlenen Anmeldeinformationen aus Europa und Russland im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 um 39 Prozent gestiegen. Somit ist die Hälfte der weltweiten Opfer des Login-Datenklaus in Europa und Russland beheimatet (49 Prozent). [...]

Der Diebstahl von Anmeldeinformationen in Europa ist um 62 Prozent gewachsen. (c) pixabay

Wenn nur europäische Bürger in der Statistik berücksichtigt werden, erhöht sich die Anzahl der gestohlenen Anmeldeinformationen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 62 Prozent. Das von Blueliv beobachtete Wachstum für Europa und Russland ist überraschenderweise erheblich höher als in Nordamerika, wo im Jahresvergleich sogar ein Rückgang um fast die Hälfte (48 Prozent) zu verzeichnen war. Diese erstaunliche Steigerung der cyberkriminellen Aktivitäten außerhalb des amerikanischen Kontinents deutet darauf hin, dass die Branche für den Diebstahl von Zugangsdaten in Europa sowohl in Bezug auf ihre Innovationskraft als auch in ihrem Umfang wächst.

„Alles, was ein Angreifer benötigt, ist ein einziger Satz von Zugangsdaten, in der Regel Benutzername und Passwort, um unerkannt in ein Unternehmen einzudringen und größtmöglichen Schaden anzurichten“, sagt Daniel Solís, CEO und Gründer von Blueliv, und: „Als europäisches Cyber Security–Unternehmen sind wir sehr besorgt über diese große Gefahr für Bürger und Unternehmen auf unserem Kontinent. Cyberkriminelle verbessern ständig ihre Angriffstools und bringen diese immer schneller in Produktion. Daher ist die Zusammenarbeit innerhalb der Industrie und die gemeinsame Nutzung von Cyber–Informationen von entscheidender Bedeutung.“

Neue aggressive Malware-Familien

Der Bericht zeigt auch einige interessante Trends bei der technischen Weiterentwicklung von bekannten Malware-Familien in diesem Umfeld. Pony, KeyBase und LokiPWS (auch bekannt als Loki Bot) waren seit Beginn des Jahres 2017 durchwegs die aktivsten Malwaretypen, um Login–Daten zu stehlen, wobei Pony die beliebteste Malware der Datendiebe war. Seit Beginn des Jahres 2018 hat Blueliv nun einen enormen Anstieg bei LokiPWS beobachtet – um mehr als 300 Prozent – und die Fälle von Zugangsdatendiebstahl mit LokiPWS und Pony sind derzeit fast gleich hoch. In jüngster Zeit, von Januar bis Mai 2018, stieg die Anzahl der von Blueliv identifizierten Fälle, bei denen LokiPWS genutzt wurde, um 167 Prozent. Derzeit ist es möglich, LokiPWS in einer Vielzahl von Marktplätzen im Dark Web als modulares Produkt (Stealer, Wallet Stealer und Loader) mit Preisen zwischen 200 und 2000 US-Dollar, abhängig von der gewünschten Funktionalität, zu erwerben.

Daniel Solís ergänzt: „Laut unserem Analystenteam bedeutet die hohe Anzahl der gefundenen LokiPWS-Fälle, dass die Popularität dieser Malware unter Cyberkriminellen stark zunimmt. Quellcode-Lecks verschiedener Versionen haben vermutlich diesen Anstieg in den letzten Jahren beeinflusst und dazu beigetragen, dass LokiPWS zu einer der am schnellsten wachsenden Credential-Stealer-Familien wurde. Pony ist mittlerweile bereits seit 2011 aktiv und ist daher wegen besserer Erkennungsmöglichkeiten durch Antivirus-Software vielleicht immer weniger erfolgreich. „

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