Umfrage: Handel setzt zunehmend auf Nachhaltigkeit

Aktuelle INHORGENTA-Umfrage unter 1.215 Messeteilnehmern zu Top-Trends: Mehrheit der Händler und Hersteller will auf nachhaltiges Angebot setzen. [...]

Bei der Frage nach den wichtigsten Themen für die Branche stimmten 58 Prozent der Befragten für Nachhaltigkeit. (c) Pixabay
Bei der Frage nach den wichtigsten Themen für die Branche stimmten 58 Prozent der Befragten für Nachhaltigkeit. (c) Pixabay

Das Kaufverhalten der Konsumenten hat sich in den letzten Jahren gewandelt, wodurch sich die Frage stellt, wie erfolgreiche Einzelhandels-Strategien in Zukunft aussehen. Zudem müssen sich Hersteller in Angesicht des Klimawandels sowie der Endlichkeit von Rohstoffen verstärkt mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, erklärt: „Mit der Umfrage können wir in der Branche aufzeigen, welche Maßnahmen bereits ergriffen werden und wo es Potentiale gibt. Gleichzeitig schärfen wir mit dieser Umfrage unser Verständnis für die Bedürfnisse auf dem Markt und können das Angebot im Rahmen der Messe gezielt ausrichten.“

Nachhaltigkeit – welche Kunden interessieren sich dafür und was bietet der Markt?

Bei der Frage nach den wichtigsten Themen für die Branche stimmten 58 Prozent der Befragten für Nachhaltigkeit. Für über die Hälfte der Befragten (57 Prozent) ist Nachhaltigkeit äußerst oder sehr wichtig und rund 80 Prozent haben das Thema bereits in ihre Unternehmensphilosophie aufgenommen. Im Zuge dessen sind recycelte Materialien, zum Beispiel Edelmetalle, bereits bei knapp 50 Prozent der Hersteller im Sortiment und auch zwei Drittel der Händler bieten Produkte aus nachhaltigen Rohstoffen an. Dazu gehören beispielsweise Holz oder Kork.

75 Prozent der Kunden, die beim Kauf Fragen zur Nachhaltigkeit stellen, sind jünger als 50 Jahre.

Als künftig größte Herausforderungen werden vor allem die Glaubwürdigkeit von Zertifizierungen (46 Prozent) sowie Transparenz in der Wertschöpfungskette (43 Prozent), aber auch die Qualität der Produkte (44 Prozent) angegeben. Daran anknüpfend wird Patricia Syrvud, University of Delaware, in ihrem Vortrag in der TRENDFACTORY MUNICH einen Überblick über den aktuellen Stand von verantwortungsvollem Diamanten-Abbau und der anschließenden Supply Chain geben. „Neben dem reinen Tracking von Gold, ist vor allem die Bereitstellung von Daten ein ausschlaggebender Punkt. Obwohl Kommunikation durch moderne Technologie so leicht wie nie zuvor ist, hat nicht jeder Zugang dazu. Durch eingeschränkte Zugangsmöglichkeiten kann jedoch nicht jeder davon profitieren. Damit Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen, ist Inklusion immens wichtig“, sagt Ryan Taylor von Consensas und wird dies in seinem Vortrag näher erläutern.

Die Zukunft des Einzelhandels – vom Einkaufserlebnis im Shop bis hin zu völlig neu gedachten Konzepten

Bei Future Retail bzw. New Retail– also der Zukunft des Einzelhandels – steht für die meisten Befragten (38 Prozent) die „Verbindung von Online- und Offline-Handel“ im Fokus, gefolgt von „völlig neuen Konzepten und Strategien, die heute weder online noch offline verfügbar sind“ (27 Prozent).

Neben der Digitalisierung (32 Prozent) wird vor allem das veränderte Kaufverhalten durch jüngere Generationen (67 Prozent) als wichtiger Punkt im Hinblick auf die Zukunft des Einzelhandels angegeben.

Gerade das Thema Social Media beschäftigt viele Hersteller und Händler: Über 60 Prozent geben an, der Handel profitiere sehr stark oder stark von Social Media und soziale Netzwerke (64 Prozent) sowie eigene Online-Angebote, wie Websites oder Blogs (56 Prozent), werden den Handel künftig am meisten beeinflussen. Im Rahmen der TRENDFACTORY MUNICH wird Branchen-Expertin Katerina Perez einen Workshop zu Instagram als Verkaufsplattform abhalten.

Um Kunden trotz Digitalisierung im stationären Handel zu überzeugen, „soll auf den Erlebnischarakter von Shops gesetzt werden“ sagen 53 Prozent der Befragten und sehen im Einkaufserlebnis eines der großen, zukünftigen Trendthemen. Zudem ist die Personalisierung von Produkten und Dienstleistungen mehrheitlich wichtig (58 Prozent).


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