UPS testet selbstfahrende Sattelzüge

UPS Ventures übernimmt eine Minderheitsbeteiligung an TuSimple, das die Netzwerkeffizienz künftiger autonomer Systeme erforscht. [...]

Gemeinsam testen UPS und TuSimple auf einer Strecke in Arizona selbstfahrende Sattelzüge. (c) Wikipedia
Gemeinsam testen UPS und TuSimple auf einer Strecke in Arizona selbstfahrende Sattelzüge. (c) Wikipedia

UPS hat bekanntgegeben, dass seine Risikokapitalgruppe, UPS Ventures, eine Minderheitsbeteiligung an TuSimple, einem Unternehmen, das autonome Fahrzeuge entwickelt, erworben hat. Gemeinsam testen UPS und TuSimple auf einer Strecke in Arizona selbstfahrende Sattelzüge, um festzustellen, ob die Fahrzeuge den Service und die Effizienz im UPS Netzwerk verbessern können. Das Investment ist eine Erweiterung der bereits laufenden Geschäftsbeziehung zwischen UPS und TuSimple, in der UPS Transportdienstleistungen von TuSimple bezogen hat.

Die Zusammenarbeit mit TuSimple begann mit dem Ziel, UPS dabei zu unterstützen, Anforderungen an autonome Speditionstransporte der Stufe 4 in seinem Netzwerk besser zu verstehen. Stufe 4 Autonom bedeutet, dass der Bordcomputer des Fahrzeugs jederzeit die volle Kontrolle hat, sodass manuelle Eingriffe eines Fahrers nicht mehr nötig sind. Aktuell verlangen die US-Gesetze zum autonomen Fahren der Stufe 4 jedoch, dass jederzeit ein Fahrer im Fahrzeug anwesend ist und den Betrieb übernehmen kann.

Während der laufenden Tests hat UPS Lkw-Ladungen mit Waren für TuSimple bereitgestellt, um eine nordamerikanische Route zwischen Phoenix und Tucson, Arizona, zu befahren. Das Unternehmen startete im Mai 2019 den Selbstfahrdienst mit einem Fahrer und Ingenieur im Fahrzeug. TuSimple und UPS überwachen Entfernung und Zeit, innerhalb der die Lastwagen selbstständig fahren, sowie Sicherheitsdaten und die Transportzeit.

„UPS engagiert sich bei der Entwicklung und dem Einsatz von Technologien, die es uns ermöglichen, unser globales Logistiknetzwerk effizienter zu betreiben“, sagt Scott Price, Chief Strategy and Transformation Officer. „Während völlig autonome, fahrerlose Fahrzeuge noch Entwicklungs- und Regulierungsarbeiten vor sich haben, sind wir von den Fortschritten beim Bremsen und anderen Technologien begeistert, die Unternehmen wie TuSimple entwickeln. Alle diese Technologien bieten erhebliche Vorteile, auch Sicherheitsvorteile, die realisiert werden, lange bevor die Vision völlig autonomer Fahrzeuge verwirklicht wird – und UPS wird als führendes Unternehmen diese neuen Technologien in seiner Flotte einsetzen.“

TuSimple wurde 2015 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, den ersten selbstfahrenden Lkw auf den zu Markt bringen – und will damit die Sicherheit auf den Straßen erhöhen, die Transportkosten senken sowie CO2-Emissionen reduzieren. TuSimple entwickelt eine Technologie, die es Logistikern ermöglicht, selbstfahrende Sattelzüge der Klasse 8 zu betreiben – also solche, die mehr als 15 Tonnen wiegen und typischerweise drei oder mehr Achsen haben.

UPS schließt während der Hauptsaison Speditionsverträge mit Drittanbietern ab. TuSimple ist überzeugt, mit seiner Technologie die durchschnittlichen Kosten für Transporte mit externen Dienstleistern um 30 Prozent zu senken.

„Uns ehrt das strategische Investment von UPS und das Vertrauensvotum für TuSimple. UPS zeigt damit das Engagement, führend in Sachen Innovationen zu bleiben“, sagt Xiaodi Hou, Gründer, Präsident und CTO von TuSimple. „Wir sind uns sicher, dass dies die Markteinführung des ersten selbstfahrenden Lkws beschleunigen und so zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen kann.“

Die Tests von UPS mit TuSimple sind Teil einer Technologiebewertung für fortschrittliche Fahrzeuge im globalen intelligenten UPS Netzwerk. UPS investiert in das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz und fortschrittliche Analyseverfahren. So will das Unternehmen die Kraftstoffeffizienz erhöhen und den Kundenservice verbessern, um sicherzustellen, dass UPS der bevorzugte Logistikdienstleister bleibt.

Über seine Risikokapitalgruppe UPS Ventures finanziert UPS die Erforschung neuer Technologien. UPS Ventures wurde 1997 als UPS Strategic Enterprise Fund (SEF) gegründet. Im Jahr 2018 präzisierte der SEF sein Ziel und nahm den neuen Namen UPS Ventures an. Die Gruppe sucht nun nach spezifischen Fähigkeiten, die UPS sofort in sein Netzwerk integrieren kann. UPS Ventures beteiligt sich mit einer Minderheitsbeteiligung an Technologie-Start-ups und arbeitet aktiv mit diesen Unternehmen zusammen, um die Technologieziele für das intelligente UPS Logistik-Netzwerk zu erreichen.

„Die Mission von UPS Ventures ist es, partnerschaftliche Beziehungen zu Unternehmen im Anfangsstadium aufzubauen, die Fähigkeiten und Erkenntnisse bieten, die den technologischen Fortschritt in unserem Netzwerk beschleunigen“, sagt Todd Lewis, Managing Partner von UPS Ventures. „UPS Ventures arbeitet mit Start-ups zusammen, um neue Technologien zu erforschen und sie an unsere spezifischen Bedürfnisse anzupassen.“

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