VR-Brille hilft bei Ausbildung von Dirigenten

Ein kanadisches Projekt ermöglicht angehenden Kapellmeistern ein virtuelles Orchester. [...]

VR-Brille: Hilfe für Dirigenten. (c) Takumi Hayashi/UBC Music

Virtual-Reality-Technologie (VR) hilft bei der Ausbildung von angehenden Dirigenten. Davon ist Jonathan Girard, Direktor für orchestrale Aktivitäten der Musikschule an der University of British Columbia, überzeugt. Er hat das Virtual-Reality-Projekt „Interactive Orchestra“ ins Leben gerufen. Es simuliert die Erfahrungen, die ein Dirigent mit einem echten Orchester macht, während er es dirigiert.

Normalerweise ist die Ausbildung zum Dirigenten eine eher theoretische Angelegenheit. Er kommt nur selten dazu, ein reales Orchester zu leiten. „Wie alle Musiker benötigt er eigentlich sein Instrument, in diesem Fall das Orchester. Indem sie mit VR arbeiten, können Studenten genau sehen, wie ihre Bewegungen in einem dreidimensionalen Raum aussehen“, so Girard.

Erfahrungen wie mit einem echten Orchester

Der angehende Dirigent setzt bei Interactive Orchestra eine VR-Brille auf und ergreift den Taktstock. Vor sich sieht er die Bühne mit dem Orchestergraben. Dreht er sich um 90 Grad, erblickt er die weinroten Sessel der Konzerthalle im kanadischen Vancouver. Dann beginnt er zu dirigieren. Sensoren nehmen die Bewegungen des Taktstocks und der Hände auf und setzen sie in Linien um, die der Dirigent in Ausbildung auf dem Display seiner Brille sieht.

Zudem hört der Dirigent, wie das virtuelle Orchester auf seine Bewegungen reagiert. So kann er einschätzen, ob er es richtig macht oder er seine Bewegungen verbessern muss. Bevor es diese Möglichkeit gab, konnten die Jungdirigenten sich über ihre Technik nur anhand von Videos informieren, die aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen wurden.

Künftig sind die virtuellen Musiker sogar zu sehen

Girard nutzt das Google-Programm Tilt Brush, um die Bewegungen von Händen und Taktstock in sichtbare Signale umzusetzen. Noch ist die Bühne leer, wenn der Jungdirigent übt. Girards nächstes Ziel ist es, ein virtuelles Orchester für den Datenbrillenträger sichtbar zu machen, damit der Eindruck noch realistischer wird.


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