VR soll gesunde Snacks schmackhaft machen

Virtuelles Picknick bei Schönwetter hebt die Konsumentenlaune. [...]

Picknick-Umgebung beeinflusst Gesamterlebnis messbar.  © vttresearch.com
Picknick-Umgebung beeinflusst Gesamterlebnis messbar. © vttresearch.com

Virtuelle und erweiterte Realität (VR und AR) könnten helfen, Konsumenten gesündere Lebensmittel schmackhaft zu machen. Denn die virtuelle Umgebung beeinflusst das Esserlebnis, wie Forscher am VTT Technical Research Centre of Finland gezeigt haben. Ein Picknick bei virtuellem Schönwetter hebt demnach die Laune und scheint damit eher geneigt, Menschen auch Roggen-Tortillachips statt Schokolade genießen zu lassen.

Technologien mit Chancen
Analysten erwarten in den kommenden Jahre einen Boom bei VR und AR. ABI Research beispielsweise prognostiziert bis 2022 ein globales VR-Marktvolumen von 60 Mrd. Dollar, Grand View Research gar ein AR-Marktvolumen von über 100 Mrd. Dollar bis 2024. „Jetzt ist die Zeit gekommen, diese Technologien mit Essen, Ernährung und menschlichen Reaktionen zu verknüpfen“, meint VTT-Projektleiterin Nesli Sözer. „Neues digitales Business über die Grenzen tradtioneller Geschäftsbereiche hinweg wird neuartige Chancen für die Digital- und Nahrungsmittelbranchen schaffen.“

Das Team um Sözer hat sich mit der Idee beschäftigt, gesündere Nahrungsmittel für Konsumenten ansprechender zu machen, indem die Umgebung und somit das Esserlebnis verändert wird. Dazu haben die VTT-Forscher mit Kollegen der Universität Tampere bei 67 Probanden beobachtet, wie sich das Genusserlebnis von Roggen-Tortillachips und Schokolade mit der virtuellen Umgebung ändert. Bei einem Teil der Testpersonen haben die Forscher zudem mittels EEG und EKG die Gehirn- und Herzaktivität verfolgt.

Gute Laune mit virtueller Sonne
Wenig überraschend scheint sich das Gehirn von Menschen eher auf Schokolade denn auf gesunde Chips zu freuen – vor allem bei virtuellem Schlechtwetter. Generell haben die Testesser deutlich auf ihre VR-Umgebung reagiert. Beim Picknick mit virtuellem Sonnenschein fühlten sich die Teilnehmer eigenen Angaben nach geruhsamer und fröhlicher, bei virtuellem Wind- und Regenwetter einsamer und besorgter. Auch die physiologischen Reaktionen zeigten, dass letzteres die Leute eher beunruhigt hat.

Die Ergebnisse legen also nahe, dass es mit den richtigen AR- und VR-Tricks tatsächlich möglich sein dürfte, gesünderes Essen attraktiver zu machen. VTT-Forscher befassen sich aus diesem Grund nun damit, wie man solche Chancen wirklich nutzen könnte und suchen dafür geeignete Industriepartner.

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