Welt-Aids-Tag: IBM und SAP engagieren sich für #positivarbeiten

Um sich für mehr Akzeptanz und eine Gleichstellung von HIV Infizierten im Berufsleben einzusetzen, haben die Aids-Hilfen Österreichs das Projekt #positivarbeiten ins Leben gerufen, an dem 72 Unternehmen, Ministerien und Universitäten beteiligt sind. IBM und SAP sind vom Start weg dabei. [...]

Start für die Initiative #positivarbeiten in Österreich mit v.l.: Manfred Rupp, IBM Chefin Patricia Neumann, Gesundheitsminister Anschober und SAP-Chef Christoph Kränkl. (c) AIDS-Hilfe/Harald Klemm

Anlässlich des Welt-Aids-Tages wurde die Initiative #positivarbeiten, die sich gegen Diskriminierung von HIV-positiven Menschen einzusetzt, heute Dienstag groß präsentiert. Im wesentlichen geht es dabei darum, HIV-positiv Infizierte in der Gesellschaft und im Berufsleben genauso zu behandeln wie alle anderen Menschen. Denn die Krankheit habe keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, hieß es bei der Vorstellung zum Welt-Aids-Tag heute Dienstag. „Leider gibt es in der Bevölkerung immer noch viele Ängste und Unsicherheiten“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zu Beginn der Pressekonferenz in einem Video-Statement. Deshalb sei es wichtig zu informieren, aufzuklären und die unbegründeten Ängste der Menschen zu nehmen. „HIV ist im Alltag kein Thema“, fügte Manfred Rupp, Projektleiter und Geschäftsführer der Aids-Hilfe Steiermark, an, der auch als Projektleiter für #positivarbeiten in Österreich agiert. Dennoch sei Ausgrenzung für viele Menschen im Berufsleben alltäglich, dagegen will die Initiative vorgehen. „Solange das nicht in die DNA der Betriebe hineinkommt, besteht eine unterschwellige Diskriminierung“, betonte Rupp.

IBM und SAP ist Initiative wichtig

Mit IBM und SAP treten zwei große Arbeitgeber in Österreich bereits seit mehreren Jahren gegen die Ungleichbehandlung ein und sind Teil des Projekts. „Es bedeutet für uns eine Anerkennung und Wertschätzung gegenüber den Menschen“, sagte Patricia Neumann, Geschäftsführerin von IBM Österreich.

„Diversity & Inclusion ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Unser Ziel ist es, ein Arbeitsumfeld von Offenheit, Akzeptanz und Respekt zu schaffen, in dem niemand diskriminiert, ausgegrenzt oder benachteiligt wird. Daher unterstützen wir als IBM die Initiative #positivarbeiten, die mir auch persönlich sehr am Herzen liegt“, erläuterte Neumann auch im Gespräch mit der COMPUTERWELT.

„Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist einzigartig und wird dabei unterstützt, die persönlichen Fähigkeiten zu entwickeln und optimal einzusetzen. Wir leben „bring your whole self to work“, weil wir überzeugt sind, dass die Menschen so ihre beste Leistung zeigen können.“

„Offenheit und Inklusion ist uns insgesamt sehr wichtig. Die vollkommene Gleichstellung von HIV-positiven Personen ist daher ein ganz wichtiges, zentrales Element“, ergänzte Christoph Kränkl, Geschäftsführer von SAP Österreich. Denn es sei medizinisch längst klar, dass kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne HIV bestehe. „Es ist ganz wichtig, eine offene Kultur im Unternehmen zu unterstützen“, sagte Kränkl.

Zahlreiche Betroffene machen Situation sichtbar

Viele Menschen mit HIV vermeiden es, im Alltag über ihre HIV-Infektion zu sprechen, um Ausgrenzung oder weitere Fragen zu vermeiden. Diese unfreiwillige Geheimhaltung kann in Folge als große Belastung wahrgenommen werden. „Es ist ganz wichtig, dass man keine Angst um seinen Job haben muss“, sagte etwa Andreas Krenn, Elektriker aus Vorarlberg. Die Wiener Trafikantin Wiltrut Stefanek, die 1996 mit der Diagnose HIV positiv konfrontiert wurde, gründete einen Selbsthilfeverein und trat sehr früh offen mit ihrer Krankheit an die Öffentlchkeit: „Ich wollte kein Doppelleben führen und mich verstecken.“ Wichtig war ihr folgende Botschaft an Betroffene und Arbeitgeber: „Man kann heute mit HIV ein ganz normales Leben führen.“ Der junge Robotik-Engineer Michael Hofbauer erhielt im Februar 2019 die Diagnose. Er beschloss, sich zu outen und stellte heuer ein vielbeachtetes Video online. „Das Tolle daran war, dass ich ganz viel positives Feedback, auch von meiner Firma bekommen habe“, sagte Hofbauer. Seine Motiviation: „Jeglicher Schritt, der gegen eine Diskriminierung gemacht wird, ist ein Schritt in eine bessere Zukunft und deswegen sollte dies auch jeder machen, der dazu in der Lage ist!“

Neben den Betroffenene sind vom Start weg 72 Unternehmen an der Initiative #positivarbeiten beteiligt, u.a. Accenture, HP, die ÖBB, die Raiffeisenbank, Uniqa oder Almdudler.


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