Wirtschaftskammer Niederösterreich startete KI-Initiative

Damit vom Zukunftsthema „Künstliche Intelligenz“ (KI) möglichst viele ihrer Mitgliedsbetriebe profitieren können, hat die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) mit dem Kongress „Denk digital“ eine groß angelegte KI-Initiative gestartet. Dem sollen ab September weitere Schritte in diese Richtung folgen. [...]

Niederösterreichs Wirtschaft setzt Fokus auf „Künstliche Intelligenz“.
Niederösterreichs Wirtschaft setzt Fokus auf „Künstliche Intelligenz“. (c) Gerd Altmann / Pixabay

„Wir wollen damit nicht nur Aufklärungsarbeit leisten, sondern die Unternehmen bei der Umsetzung von KI-Projekten auch unterstützen“, sagt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. Schon im Vorjahr haben 30 niederösterreichische Betriebe bei der Umsetzung ihrer KI-Projektideen von der Hilfe der Technologie- und Innovationspartner der WKNÖ und des Landes Niederösterreich profitiert. Aber es sollen noch mehr werden. „Denn KI wird in allen Sparten der Wirtschaft und in Betrieben jeder Größenordnung eine Rolle spielen“, stellt der Obmann der Sparte Unternehmensberatung und Informationstechnologie, Günter Schwarz, fest.

Wie breit die Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten von KI bereits gediehen sind, ließen zwei Unternehmen aus Niederösterreich erkennen, die sich auf dem KI-Kongress präsentierten. Die Firma INDAT in Rohrbach/Gölsen beispielsweise erzeugt „smarte, lernfähige Maschinen“, die unter anderem Musikinstrumentensaiten produzieren „und dabei lernen, das immer besser zu machen, so dass die Maschinen selbständig ihre Fehlerquote reduzieren können“, so INDAT-Geschäftsführer Markus Leopold.

Ganz anders hingegen das „KI-Produkt“ der Catalysts GmbH aus St. Pölten. Auf intelligente Weise unterstützt es die Arbeit der Sachbearbeiter in den Krankenkassen bei der Verarbeitung von Wahlarzt-Abrechnungen, die von den Patienten eingereicht werden. „Wir lösen die Arbeit des Abtippens ab und spielen die Sachbearbeiter für komplexere Aufgaben frei“, sagt Katrin Strasser von Catalysts.

Rasante KI-Entwicklung erfordert Ethik-Richtlinien

Auf dem Kongress berichteten Vertreter der großen Player – wie Google, Microsoft, IBM oder auch A1 und Kapsch – mit manchem Blick auch über den Tellerrand. WKNÖ-Präsidentin Zwazl legte angesichts der rasanten Entwicklungen auf diesem Gebiet ein Bekenntnis zu einem Ethikunterricht und zum hohen Stellenwert der Dualen Ausbildung ab, auf den auch Friedrich Prinz, Professor an der renommierten Stanford-Universität, hinwies.

Zukunftsexperte Matthias Horx trug in seinem Referat dazu bei, den „Mythos Künstliche Intelligenz“ etwas zu entzaubern. „Die Roboter werden uns nicht alle Jobs wegnehmen, es wird zu einer Symbiose im Umgang mit den intelligenten Maschinen kommen. Diese sind eine Ergänzung und kein Ersatz“, betonte Horx. Sie seien im Service nicht gut, weil es vor allem auch auf Empathie und Psychologie ankomme. Als weitere Bremse führte Horx unter anderem die „eingebaute Resistenz gegen künstliche Fahrsysteme – vor allem bei Männern – an.“

In einer Umfrage während der Tagung nannten die Teilnehmer übrigens „Bürotechnik, Medizin und Logistik“ als jene Bereiche, in denen KI künftig ihrer Meinung nach die größte Rolle spielen wird, womit sich deutlich zeigt, dass es bei KI um Automatisierung geht.

Wer sich auf die neue Welle besser einstellen will, kann ab September im Rahmen der genannten KI-Initiative aus einer Reihe neuer Angebote wählen. Im tede-Z der Design-Uni in St. Pölten wird es für die Betriebe einen eigenen „KI-Space“ geben, wo man verschiedene KI-Technologien ausprobieren kann. Außerdem werden ab Herbst KI-Themenevents die Reihe der Technologiegespräche ergänzen und beispielsweise Themen wie Haftungsfragen beim Einsatz von KI behandeln. Und im November 2019 startet das WIFI ein modulares Ausbildungsprogramm, das künftigen KI-Managern die Grundlagen für die Umsetzung von KI-Projekten in Unternehmen vermittelt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter:
www.plattform-ki.at
www.tip-noe.at
www.ganzgenau.at
www.catalysts.cc

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