„Offenheit und Forschungsfreude“

In den letzten vierzehn Jahren hat sich Antares NetlogiX als kompetenter IT-Dienstleister erfolgreich durchgesetzt. Die Schwerpunkte Netzwerk- und System Management wurden um Hoch-Sicherheitslösungen erweitert. [...]

Was zeichnet aus Ihrer Sicht den IKT-Standort Oberösterreich gegenüber anderen heimischen Regionen aus?
Jürgen Kolb:
In Oberösterreich sind vor allem die Offenheit, die Forschungsfreude und der hohe Innovationsgrad bemerkenswert. Die Initiative geht hier mit Sicherheit von der öffentlichen Hand aus, die auf Effizienz und Effektivität hohen Wert legt.
Viele oberösterreichische Betriebe zeigen bereits eine sehr fortschrittliche Einstellung zum Thema IT, wohingegen in anderen Betrieben schon fast eine IT-Feindlichkeit festzustellen ist. Zwischendrin gibt es recht wenig, dieses Phänomen ist jedoch österreichweit festzustellen.
Selbstverständlich gibt es in vielerlei Hinsicht Optimierungsmöglichkeiten. Die Förderung vieler IT-Projekte scheitert leider oft an bürokratischen Hürden.
 
Wie zufrieden sind Sie mit den Rahmenbedingungen – politisch, wirtschaftlich, sozial – in Oberösterreich? Wo sind Ihrer Meinung nach die größten Hemmschuhe? Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?
Als KMU haben wir uns im Umfeld der Wirtschaft einen guten Namen erarbeitet. Der Wettbewerb, mit den großen Anbietern mitzuhalten, ist immer wieder spannend. Im öffentlichen Bereich würden wir uns eine bessere Kooperation der Gebietskörperschaften wünschen. Weniger Experimente und eine Standardisierung wie zum Beispiel die Vervielfachung von Erfolgsgeschichten nach dem Best-Practice- Modell könnten Steuergelder sparen. Eine große Hemmschwelle für KMUs in allen Branchen sind öffentliche Ausschreibungen. Die Komplexität und der hohe administrative Aufwand sind kaum handelbar. Es wäre wünschenswert, wenn sich öffentliche Stellen auf eine Strategie, sprich gewisse Produkte/Hersteller einigen, um dann gemeinsam eine  große Anzahl an Lizenzen einzukaufen. Dadurch würden sich massive Einsparungen ergeben.

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung in den letzten zwölf Monaten im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren?
Es ist eine Beruhigung nach der Finanzkrise festzustellen. Durch die Ereignisse in den Medien, von der Abhörwelle der NSA bis zu Hackerangriffen auf bekannte Firmen, ist die Awareness für IT-Sicherheit gestiegen. Wir bemerken eine vermehrte Nachfrage zum Thema E-Mail-Verschlüsselung, Network Access Control und Verschlüsselung mobiler Geräte, wobei hier der Trend vor allem zu Managed Security Services geht. Die Übertragung verschiedenster Sicherheitsaufgaben, wie das Management von Firewalls oder auch Compliance-, Audit- und 24×7-Supportaufgaben, an einen vertrauenswürdigen IT-Dienstleister sparen Zeit und Geld.
Ein kontinuierliches Wachstum wird stets angepeilt, wenngleich die Steigerungsraten vor der Finanzkrise kaum mehr zu erreichen sind.

Bitte beschreiben Sie ein oder mehrere Highlights aus den letzten 24 Monaten wie zum Beispiel Produktentwicklung, Projekte und Kundengewinnung.
Mit unserer Softwaresparte – iQSol Gmbh – haben wir im letzten Jahr eine Weltpremiere gefeiert und ein Management-Tool auf den Markt gebracht, welches voll eingeschlagen hat. PowerApp ist das einzige Werkeug, das im Krisenfall – wie zum Beispiel einem Blackout – operative Unterstützung gibt, die Daten zu retten und zu migrieren. Wir konnten Hewlett Packard Österreich als Partner gewinnen, die dieses Werkzeug zu Recht in jedem Data Center als Notwendigkeit ansehen. PowerApp kann Server, auch virtuelle Applikationen und USV-Appliances, verwalten und bildet die Logik für einen Shutdown und den Startup im Notfall ab – auf Knopfdruck sozusagen.
Mit der LogApp wird eine österreichische Log-Managementlösung angeboten, die bereits im Finanzsektor und im Hochsicherheitsbereich von Energieversorgern eingesetzt wird. Compliance, Forensik sind genauso abgedeckt wie wichtige Aspekte des File-Integrity-Monitoring und eine Honeypot-Integration – übrigens als erster SIEM-Anbieter weltweit. Unsere Lösung ist auf den mittelständischen Markt ausgerichtet und zielt auf ein faires Preis-Leistungsverhältnis ab und beinhaltet ein einzigartiges Managed Security Service.
Unser Alarm-Messaging-Server, der bereits seit über zehn Jahren am Markt ist, wird gerade jetzt verstärkt nachgefragt – bis in die USA und Deutschland, wo wir gerade einen renommierten Distributor als Partner gewinnen konnten.  
Antares NetlogiX konnte außerdem einige sehr wichtige Vertragsverlängerungen mit dem Bankensektor erreichen und den Umsatz auf über vier Millionen Euro ausweiten. Wir wachsen stetig und freuen uns über jeden neuen Kunden.

Wie zufrieden sind Sie mit der Ausbildungsqualität oberösterreichischer Einrichtungen wie FH und TU?
Wir haben sehr gute und langjährige Erfahrungen mit Absolventen und Absolventinnen der Fachhochschule Hagenberg. Es gibt eine enge Zusammenarbeit bei Praktika und Diplomarbeiten, und die Qualität der Ausbildung entspricht unseren Anforderungen.

Wie stark leiden Sie unter dem Phänomen Facharbeitermangel und welche Gegenmaßnahmen ergreifen Sie?
Antares NetlogiX legt großen Wert auf die permanente Aus- und Weiterbildung vom Lehrling bis zum Universitätsabsolventen.  Die Fluktuation unserer Mitarbeiter ist erfreulicherweise sehr gering. Unser Bedarf an neuen Mitarbeiter ist überschaubar und leicht handelbar. Der Personalmarkt auf dem IT-Sektor ist sehr dynamisch, vor allem zum Schulschluss bekommen wir immer wieder zahlreiche Bewerbungen von gut ausgebildeten Fachkräften. Dennoch ist der IT-Mark sehr eng und stark umkämpft. Vor allem im Vertriebsbereich besteht ein akuter Mangel.


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